Doch hat Skype nur Vorteile? Nein. Der größte Nachteil ist sicherlich das Skype-Protokoll selbst. Es ist proprietär und daher nicht kompatibel zu anderen VoIP-Anwendungen. Teilnehmer anderer VoIP-Netzen sind mit Skype nicht erreichbar. Bemerkbar macht sich diese "Einzigartigkeit" auch bei den Preisen für das Skype-Zubehör. Dieses ist recht teuer und muss von Skype zertifiziert werden. Zudem muss bislang immer noch der Rechner am Laufen sein. Ein reines Hardware-Skype-Telefon, das ohne Computer auskommt gibt es noch nicht.
SIP: Offen für alles
Wer also zu Hause mit allen Telefonen komplett auf VoIP umsteigen will, wird mit Skype nicht weiterkommen. Aber es gibt Alternativen. Weit verbreitet und von vielen VoIP-Anbietern genutzt ist das offene SIP-Protokoll. Das "Session Initiation Protocol" macht, wie der Name schon verrät, nichts anderes als Sessions zwischen Teilnehmern zu verwalten.
Für die eigentliche Übertragung der Daten kommen andere Protokolle zum Einsatz. Daher können innerhalb dieser Session nicht nur Telefonate, sondern auch Videos und andere Daten übertragen werden. Bei der Internettelefonie über das SIP-Protokoll werden die digitalen Sprachdaten üblicherweise per RTP (Realtime Transport Protocol) innerhalb einer SIP-Session übertragen.
Codec kann selbst gewählt werden
Im Gegensatz zu Skype kann daher auch der Codec, mit dem die Sprache kodiert wird, vom Benutzer selbst festgelegt werden. Die Gegenstelle muss den gewählten Codec natürlich auch unterstützen. Somit kann die Sprachqualität je nach verfügbarer Bandbreite durch einen entsprechend gewählten Codec optimiert werden.