Der Bekanntheitsgrad von Voice over IP wird immer größer - genauso wie die Zahl der Anbieter und Nutzer. Doch ist mit VoIP immer das gleiche gemeint? Mitnichten, denn zwei Protokolle spalten das VoIP-Lager. Auf der einen Seite gibt es Skype, welches einfach zu benutzen und eher den Charme eines aufgebohrten Instant Messengers besitzt. Auf der anderen Seite gibt es das SIP-Protokoll, mit dem sich auch herkömmliche Telefone auf VoIP umrüsten lassen. Dritter im Bunde ist das weniger bekannte IAX-Protokoll.
Skype: Idiotensicher
Ein Publikumsliebling im VoIP-Bereich ist
Skype. Die Software, erfunden von den KaZaA-Entwicklern Niklas Zennström und Janus Friis, hat ihren großen Erfolg der einfachen Bedienung zu verdanken. Keine Fummelei mit Firewalls, NATs oder irgendwelchen Einstellungen - stattdessen ein kleiner Download, Benutzer anmelden, Headset anschließen und das kostenlose Telefonieren übers Netz kann losgehen.
Die Anrufe werden Ende-zu-Ende verschlüsselt und sind somit nicht abhörbar. Eine solche Verschlüsselung wird in der Praxis bei kaum einem anderen VoIP-Provider eingesetzt. Gegen Gebühr sind auch Zusatzleistungen möglich. Mit "SkypeOut" können Anschlüsse im "richtigen" Telefonnetz erreicht werden, eine eigene Telefonnummer bekommt man über "SkypeIn". Darüber hinaus gibt es noch einen Anrufbeantworter und diverse Personalisierungen der Software, wie verschiedene Klingeltöne oder Avatare.
Intelligentes Routing
Im Gegensatz zu anderer VoIP-Software ist Skype völlig anders organisiert. Die Software verwendet das bisher nur aus dem Filesharing-Bereich bekannte "Peer-to-Peer"-Modell. So ist beispielsweise das Benutzerverzeichnis dezentral über verschiedene Nodes verteilt, ein zentrales Register gibt es nicht. Auch die Telefonate selbst werden über verschiedene Pfade geleitet. Laut Skype soll dies Verzögerungen während eines Gesprächs so gering wie möglich halten, da immer der beste Weg für die Datenpakete gewählt würde.