Schlimm das. Da haben einen die Eltern nach bestem Gewissen im Geiste der 68er-Generation zu einem friedliebenden Menschen erzogen. Anfangs auch erfolgreich: Friedensdemo, Teestube, Zivildienst. Und jetzt? Jetzt spielt der Junge am liebsten Weltkriegs-Shooter. Ob solo oder online gegen andere Verrückte ist egal. Hauptsache, es knallt. Wie konnte das nur passieren?
Instruktive Ballerei
Wer gerne auch was anderes als Minesweeper oder Solitär spielt, kennt die Faszination, die von virtuellen Kriegsschauplätzen ausgeht. In allen denkbaren Szenarien wird geballert, was das Zeug hält. Solange es ein Spiel ist - wo ist das Problem? Die Eltern werden es schon verkraften. Und vielleicht lernen Sohnemann oder Töchterlein auch was bei der Ballerei - schließlich spielen sie historische Missionen nach.
Wer Weltkrieg spielen will, kann unter zahlreichen Games wählen. Wahre Freunde von WW2-Szenarien kommen allerdings an zwei Titeln nicht vorbei: Dem genre- und stilbildenden "Medal of Honor" (Electronic Arts) und dem ebenbürtigen "Call of Duty" (Activision). Beide Spiele gibt es inzwischen in diversen Fassungen und Fortsetzungen. Zuletzt ist "Call of Duty 2" für die Xbox 360 erschienen - unter allgemeinem Applaus.
Medal of Honor (links), Call of Duty (rechts)
MoH vs. CoD
Unser Ex-Zivi spielt zurzeit Krieg auf einer alten Xbox. Aus der "Medal of Honor"-Familie - MoH wie der Geek abkürzt - hat er das jüngste Konsolenkind "European Assault" (Xbox, PlayStation 2, GameCube) im Laufwerk. Der "Call of Duty" (CoD) ruft den Konsolenbesitzer mit "The Finest Hour" (Xbox, PlayStation 2, GameCube) zu den Waffen.
Bei beiden Konsolentiteln steht der Einzelspieler-Modus im Vordergrund. Während bei MoH der US-Soldat William Holt als Agent des britischen OSS (Office of Strategic Services) im Jahr 1942 eine Kampagne beginnt, die ihn über verschiedene europäische Schauplätze führt, schlüpft der Spieler zur "Finest Hour" auf Missionen in Nordafrika und an der Ost- und Westfront in gleich mehrere, verschiedene Figuren.