Während die Deutsche Telekom derzeit in erster Linie durch geplante
Stellenkürzungen auf sich aufmerksam macht, scheint im Hintergrund ein ganz anderer Deal Früchte zu tragen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, hat die Telekom beste Chancen im
Poker um die Fernsehrechte an der Bundesliga ab der Saison 2006/2007. Die Zeitung will aus Funktionärskreisen erfahren haben, dass sich der Bezahlsender Premiere verspekuliert habe. Die Telekom hingegen sei an einer Allianz mit den öffentlich-rechtlichen Sendern interessiert.
Wie es heißt, hätten sowohl die Telekom als auch der Kabelanbieter Kabel Deutschland sowohl für die Senderechte im frei empfangbaren Fernsehen, im Pay-TV und im Internet geboten. Dabei sehe das von Telekom vorgelegte Angebot vor, die freien Rechte an ARD und ZDF weiterzugeben, was das "Überleben" der Sportschau am Samstagabend mit sich führen würde.
Sonntagsspiele im ZDF?
Das ZDF habe Interesse an den Sonntagsspielen, die in dieser Saison noch ab 19 Uhr beim Deutschen Sport Fernsehen (DSF) ausgestrahlt werden. Premiere hingegen habe allein für die Bezahlrechte geboten und in einem "Letter of Intent" zudem mitgeteilt, dass der Bezahlsender mit der "Sportschau" auf dem jetzigen Sendeplatz nicht einverstanden sei. Sollte Premiere sein Angebot nicht deutlich nachbessern – dazu besteht noch bis Ende dieser Woche die Möglichkeit -, droht der TV-Sender was die Bundesliga-Rechte angeht, leer auszugehen. Ein nicht genannter Funktionär sagte gegenüber dem Fachmagazin "kicker", dass es "eine Sensation geben wird".
Die Deutsche Fußball Liga will am 21. Dezember in Frankfurt verkünden, wer ab der nächsten Saison über die 1. und 2. Fußball Bundesliga berichten darf. Sollte Premiere leer ausgehen, würde es bedeuten, dass nur noch alle Champions League- und alle WM-Spiele der Weltmeisterschaft 2006 exklusiv bei Premiere zu sehen sein werden. Für Bundesliga-Spiele müsste – sofern nicht im Free-TV ausgestrahlt – extra gezahlt werden; an die Telekom oder Kabel Deutschland.
Hayo Lücke