Windows unter Beschuss
Wie Sophos festgestellt hat, handelt es sich bei allen in den Top Ten vertretenen Schädlingen um Würmer, die Windows-Systeme angreifen. Daneben nahm der Anteil an Trojanern drastisch zu: Im Vergleich zu Internet-Würmern wurden 2005 rund zweimal so viele neue Trojaner verbreitet. Damit stieg der prozentuale Anteil an Schadsoftware, die Spyware-Komponenten enthält, von 54,2 Prozent im Januar 2005 auf 66,4 Prozent zum Ende dieses Jahres. Diese Entwicklung bestätigt die Vermutung, dass die Viren-Programmierer mittlerweile mehr auf gezielte Attacken setzen, als auf breit gestreute Angriffe. Trojaner ermöglichen es den Hackern, vertrauliche Daten auf den Rechnern der betroffenen User auszuspionieren oder Massen-E-Mails zu versenden, ohne dass die Anwender dies merken.
Christoph Hardy: "Anders als Viren und Würmer können sich Trojaner nicht selbst verbreiten. Das heißt, sie müssen vorsätzlich per E-Mail oder über Internet-Seiten in Umlauf gebracht werden. Neue Trojaner-Varianten verbreiten sich zunehmend durch den Massen-Versand über Zombie-PCs. Deshalb überrascht es auch nicht, dass die meisten der Top-Ten-Viren es kriminellen Hackern ermöglichen, auf die infizierten PCs zuzugreifen, die Rechner als Zombies zu missbrauchen, Informationen zu stehlen und die Schadcodes vor der Nase der arglosen User weiterzuverbreiten."
Immer mehr Zombie-Rechner
Entsprechend nahm auch die Anzahl an unerwünschten Werbemails, die über Zombie-PCs verschickt werden, zwischen Januar und Dezember 2005 drastisch zu. Mittlerweile stammen mehr als 60 Prozent aller weltweit versendeten Spam-Mails von speziell dafür manipulierten Rechnern ahnungsloser Computeranwender. Besonders stark verbreitet sind weiterhin Spam-Mails, die Arzneimittel, vermeintlich zinsgünstige Kreditangebote und pornografische Inhalte anpreisen. Hinzu kommen immer mehr neue, gefährliche Spam-Varianten wie Aktienbetrügereien per E-Mail. Indem Spammer per E-Mail falsche Informationen über Firmenaktien in Umlauf bringen, versuchen sie, potenzielle Investoren zu ködern.
Die kriminellen Drahtzieher dieser so genannten "pump-and-dump"-Aktionen missbrauchen dabei Unternehmen mit geringem Kapitalwert und treiben deren Aktienkurswert durch ihre unseriösen Anlagetipps bewusst in die Höhe. Sobald die Betrüger ihre Anteile verkauft haben, hören sie auf, die Aktien zu bewerben. Dies führt meist dazu, dass die Kurse fallen und die Investoren letztendlich ihr Geld verlieren.