In der schnelllebigen DSL-Welt schaut niemand gern zurück. Schließlich ist es die Zukunft, die durch Neuigkeiten neugierig macht. In diesem Jahr lohnt es sich jedoch in jedem Fall, einen Blick nach hinten zu wagen. Denn nur so kann man absehen, was 2006 auf den Breitbandmarkt zukommt.
Harte Preisgefechte
Im Januar 2005 war die DSL-Welt noch in Ordnung.
Drei T-DSL-Anschlüsse mit einem, zwei und drei Megabit pro Sekunde Downstream sowie die dazu passenden, preislich gestaffelten Flatrate-Preise. Im Schnitt zahlte man für eine Flat für T-DSL 1000 rund 30 Euro - Nutzer der schnelleren Anschlussvarianten mussten zehn oder zwanzig Euro mehr hinblättern.
Zur CeBIT im März überraschte die T-Com mit der Ankündigung, im Juli
T-DSL 6000 einführen zu wollen. Mehr Bandbreite bedeutete für Branchenkenner nach damaligem Marktverständnis automatisch höhere Flatrate-Preise - doch es kam ganz anders.
Schon im April vollzog
1&1 seine "DSL-Tarifrevolution", bot fortan regional einen mit allen Bandbreiten nutzbaren, 6,99 Euro günstigen Pauschalzugang an. Wer den Preisvorteil nicht nutzen konnte, zahlte 9,99 Euro Festpreis. Die Branche gab sich überrascht. Und reagierte.
Einer nach dem anderen
Der Preisfall schritt schnell voran - weitgehend alle großen Provider zogen mit 1&1 gleich oder näherten sich zumindest der magischen Zehn-Euro-Marke. Nur
T-Online lies sich Zeit und wartete
bis Ende des Jahres, um besagte Preis-Hürde zu nehmen. Kleinere Reseller hatten durch die Marktentwicklung das Nachsehen - durch gleichbleibende Einkaufskonditionen bei den Zulieferern konnten sie dem Preisdruck nicht standhalten und gingen lautlos unter.