Zugang zu den Servern erhielten nur bekannte Szenegrößen, die entsprechende Referenzen oder Empfehlungen vorweisen konnten. Bis zu 140 Euro sollen diese Nutzer für einen Zugang zu den "Fleischtöpfen" bezahlt haben. Die Rechner gelten in der Szene als so genannte Pay-Server mit kostenpflichtigem Zugang.
"Keine Pay-Server"
Die Daten sollen nach Angaben der GVU auch international kommerziell weitervermarktet worden sein. Dieser Darstellung widerspricht der Betreiber von "Paradise Island". In seiner Abschiedsnachricht an die Szene behauptet er, keinen Pay-Server betrieben zu haben. Die lediglich 34 zahlenden Gäste auf seinem Server hätten einzig der Finanzierung der Infrastruktur gedient.
Der Herr über "Paradise Island" wundert sich trotzdem, dass die Beamten zwar seine Computer, zahlreiche CDs und eine Wasserpfeife mitgenommen haben, nicht aber die über hundert DVD-Kopien. Mit denen dürften die Ermittler auch nicht viel anfangen können. Viel interessanter sind Kontakt- und Verbindungsdaten, die sie nach Auswertung der beschlagnahmten Hardware zu erlangen hoffen. Wegen der möglichen kommerziellen Verwertung auch auf internationaler Ebene sind auch die Nutzer der illegalen Downloads im Visier der Ermittler.
"Einmal reicht"
Mit der Szene will der in der als "Fr0st" oder "Deepgen" bekannte Mann erstmal nichts mehr zu tun haben. Zwar verspricht er, den Ermittlern keine Auskünfte über seine "Kunden" zu geben. Ob das ausreicht, die Betroffenen zu beruhigen, bleibt abzuwarten. Für Fr0st ist jedenfalls endgültig Schluss: "Einmal busted reicht."
Benjamin Windhoff und Volker Briegleb