Europa emanzipiert sich auch im Internet und führt eine eigene Domain ins Feld. Die Überlegung dahinter: Dot.com-Übermacht, mangelnde attraktive Domains - und natürlich das liebe Geld. Welchen Service bieten die Hoster, die bei der Registrierung eine wesentliche Rolle spielen?
Neue Chance
Dass eine griffige Domain alleine reich macht, ist nur selten wahr. Zwar gab und gibt es spektakuläre Übernahmen von begehrten Domains, aber alleinmit dem Namen verdient man heute seltener denn je. Auf das Projekt dahinter kommt es an - doch die Betreiber haben immer seltener eine Chance, ihre Wunschdomain zu registrieren. Die meisten Namen sind bereits seit langem vergeben.
Zudem ist die Hackordnung im Internet eindeutig: an erster Stelle steht seit eh und je der Platzhirsch ".com" mit derzeit über 42 Millionen registrierten Domains, direkt danach folgt mit deutlichem Abstand, aber mit über neun Millionen Registrierungen immer noch extrem erfolgreich, die deutsche Top-Level-Domain (".de").
Wir sind Europa!
Dahinter wird es schnell übersichtlich. Denn bereits ".net" (über sechs Millionen Domains), ".uk" (mit viereinhalb Millionen Registrierungen zweitplatziert unter den Länderdomains), ".org" (knapp vier Millionen) und ".info" (über zweieinhalb Millionen) haben einen beeindruckenden Abstand zum Marktführer. Die drittgrößte Länderdomain ".nl" folgt auf Platz 7 mit gerade mal 1,7 Millionen Registrierungen.
".eu" schickt sich nun an, diese Hitparade zu knacken. Damit soll der ursprünglich amerikanischen ".com"-Domain Konkurrenz gemacht und zugleich das europäische Selbstbewußtsein gestärkt werden. Mit der neuen Domain gibt es wieder die Chance auf eine attraktiven Namen, ohne sich mit deutlich weniger bedeutende Domains wie ".biz" oder ".name" abgeben zu müssen. Naheliegend, dass viele Firmen und Personen, aber auch Länder, Städte, Vereine und andere Institutionen diese Chance nutzen werden.