Ein verrückter Frosch und eine Gruppe blökender Schafe stehen in Großbritannien derzeit im Zentrum eines handfesten Wettstreits um die Vorherrschaft über die vorweihnachtlichen Charts.
Der blassblaue computeranimierte Crazy Frog ist angetreten, mit einer neuen Version des Weihnachtsklassikers "Jingle Bells" die Hitparade zu erorbern - nachdem ihm kürzlich mit einer eigenwilligen Klingelmelodie fürs Handy bereits ein
Überraschungshit gelang. Gegen die schwabbelige Amphibie trat heute mit einer Vorabveröffentlichung im Internet die Gruppe der blökenden Baarmy-Schafe aus der nordwestenglischen Gegend Lake District an - einen Tag, bevor der Frosch mit seinem neuen Stück über den Äther gehen konnte.
"Määh" versus "Baah"
"Weihnachten ist vielleicht die Zeit des Wohlwollens gegenüber allen Menschen, aber das gilt nicht für Crazy Frog", sagte der Vorsitzende des Touristbüros des Verwaltungsgebiets Cumbria, auf dessen Internetseite der Schafsong erschien. "Menschen aus der ganzen Welt lieben unsere Schafe. Daher glauben wir, dass sie unsere Version vorziehen werden." Hinter dem möglicherweise neuen Chartsstürmer steht der 27-jährige Produzent Charley Darbishire, der das Stück aufgenommen und abgemischt hat. Besonders hervorstechend ist das ausdauernde "Määh" der wolligen Vierbeiner, die im Englischen allerdings "Baah" von sich geben.
Konkurrent Crazy Frog, der durch Fernsehwerbung für Klingeltöne zu Berühmtheit kam, hatte in diesem Jahr die Charts in 21 Ländern gestürmt. Auslöser war eine Neufassung von "Axel F.", dem Thema des 80er-Jahre-Films "Beverly Hills Cop" mit Eddie Murphy. In der britischen Hitparade hielt sich das Klingeltonstück geschlagene vier Wochen.
Hayo Lücke
/ afp