Dienstag, 29.11.2005 12:19

AOL: ADSL2+ ab Mitte Dezember

aus dem Bereich Breitband
AOL hat große Pläne: in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" erklärte Stan Laurent, noch Chef von AOL-Deutschland, wie er AOL auf das Handy bringen will, wie die Welt um das neue DSL aussieht und was Werbung für eine Rolle in dem Konzept vermehrt kostenpflichtiger Angebote spielt, die schon bald für alle Internet-Nutzer erreichbar sein sollen.

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AOL auf dem Handy

So ist beispielsweise ein Angebot für den Mobilfunkbereich geplant. "Wir werden unsere Kunden sicher auch aufs Handy begleiten. Denn die Internettelefonie ist ein Produkt, das sich ideal für den Mobilfunk eignet. Und auch unsere wichtigsten Dienste werden wir sicher auf das mobile Endgerät bringen", erklärte Laurent.

Was die Kundenzahlen anbelangt, teilt sich AOL momentan noch den dritten Platz mit Arcor, hinter T-Online und United Internet. Der smarte Franzose sieht darin aber scheinbar keinen Grund zur Sorge, denn Umsatz soll offensichtlich nicht mit einem riesigen Kundenstamm generiert werden, sondern mit Mitgliedern die kostenpflichtig konsumieren. "Wichtig ist, wie viel Umsatz sich mit einem Kunden machen lässt. Und da sind wir auf gutem Wege, weil wir stark in kostenpflichtige Angebote und in das Portalgeschäft investiert haben und weiter investieren. Wir haben über eine halbe Million Abonnenten für unsere Bezahldienste. Und zusätzlich über eine halbe Million Kunden pro Monat laden von unserer Plattform Musik herunter."

Dennoch ist es laut Laurent vorrangig, dass AOL alle seine Dienste im offenen Netz anbietet. So dürften schon bald die Kundenzahlen rapide wachsen. Neben bereits bestehenden digitalen Anwendungen, Musik-Downloads und Internettelefonie, könnten bald auch - die amerikanische Mutter plant es schon mit älteren Fernsehserien - bewegte Bilder über den heimischen Rechner flimmern. Laurent dazu: "Wir haben vor kurzem das Madonna-Konzert in London live übertragen, um nur ein Beispiel zu nennen. Wir werden mit bewegten Bildern aber noch sehr viel experimentieren, um zu erfahren, was bei den Kunden am besten ankommt."

ADSL2+ kommt schon im Dezember

Das Rückgrat der neuen Strategie ist der neue ADSL2+-Zugang, der zusammen mit Telefónica bis Ende des Jahres in zehn Städten auf einem eigenen Netzen aufbauen soll. Darüber hinaus gebe es auch schon Ausbaupläne, so Laurent. Zunächst sei es aber wichtiger, dass in diesen Städten ab Mitte Dezember Kunden DSL-Zugänge mit der deutlich gesteigerten Übertragungsrate von bis zu 16 Megabit pro Sekunde bestellen können. Somit soll der Dienst nicht nur schneller werden, sondern bietet auch die Möglichkeit mehr Werbung zu schalten. Der Aussage Laurents zu urteilen "ein positiver Nebeneffekt."
Benjamin Windhoff
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