Der Mobilfunker o2 rüstet seine deutsche Netztechnik auf. Wie heute bekannt wurde, ist die Communications-Sparte von Siemens damit beauftragt worden, das o2-Netz bis zum Jahr 2010 mit Richtfunktechnik auszustatten. Die Technik soll eine deutschlandweite Netzabdeckung für alle o2-Kunden sicherstellen. Siemens liefert in diesem Zusammenhang die komplette Infrastruktur und übernimmt dafür Service und Wartung. Der Auftrag habe einen Gesamtwert von rund 250 Millionen Euro.
Ab zur Vermittlungsstelle
Mit Richtfunksystemen werden Daten drahtlos zwischen GSM- beziehungsweise UMTS-Basisstationen und den Vermittlungsstellen übertragen. Voraussetzung dafür ist eine direkte Sichtverbindung zwischen der Sende- und Empfangsantenne. Die Übertragungsdistanz beträgt in der Regel 20 Kilometer, maximal möglich sind knapp 100 Kilometer. Insbesondere entlegene Gebiete, in denen eine Installation von Kabelleitungen ein sehr hoher Aufwand ist, können mit dieser Technik schnell und kostengünstig an ein Mobilfunknetz angeschlossen werden.
Richtfunk ist eine Technik zur drahtlosen Übertragung von Daten und Informationen über Antennen. Die Richtfunksender erzeugen Funkwellen mit einer Trägerfrequenz zwischen 6 und 60 GHz, die gebündelt zum Empfänger übertragen werden. Eingesetzt werden Antennen mit hoher Richtwirkung, hauptsächlich Parabolspiegel mit einem Durchmesser von bis zu vier Metern. Um weite Strecken überwinden zu können, werden diese Antennen auf erhöhten Standorten wie Fernseh- und Sendetürmen, exponierten Häuserdächern oder eigenen Repeaterstandorten montiert.
Hayo Lücke