Der Filesharingindustrie und ihren Nutzern geht es gehörig an den
Kragen. Neben unzähligen Verfahren gegen Raubkopierer in
Deutschland und Amerika war ein BitTorrent-Filesharer in Asien der weltweit erste, der verurteilt wurde. Und das im Mekka der Raubkopien - Hong Kong. Nach neuesten Angaben ist der zu drei Monaten Haft Verurteilte nach Zahlung einer Kaution von umgerechnet 550 Euro wieder auf freiem Fuss.
Daredevil ist schuld
Und das alles wegen der drei mittelklassigen Kinofilme "Daredevil", "Miss Congeniality" und "Red Planet". Im April war der 38 Jahre alte Arbeitslose aus Hong Kong für die Verbreitung der Filme im Netzwerk von BitTorrent verurteilt worden. Das Programms unterteilt die Daten in Segmente, um sie so leichter "sharen" zu können. Nutzer machen sich beim Herunterladen urheberrechtlich geschützter Titel in jedem Fall strafbar. Denn wer runterlädt, der lädt bei BitTorrent automatisch auch hoch.
Die Zukunft der Tauschbörsen
Die Motion Pictures Association of America (MPAA), die nach eigenen Angaben alleine in Asien 900 Millionen Dollar durch Piraterie verliert, begrüßte die Verurteilung des 38 Jährigen. Auch wenn sich die Szene nach einem Bericht der BBC wenig von dem Fall, der zur Abschreckung weitreichend publiziert wurde, beeindruckt zeigt. Danach koste es zuviel Zeit und sei wenig effizient, die kleine Fische zu verklagen. Anlass für die Industrie,
seit Dezember groß operierende BitTorrent-Seiten zu verklagen, die Links zu kopiergschütztem Material anbieten. Und das nicht ohne Erfolg. Einige
gut besuchte "Torrent-Seiten" machten kurze Zeit später
dicht.
Benjamin Windhoff