Die Musikindustrie kann einen weiteren Erfolg im Kampf gegen illegale Tauschbörsen verzeichnen. Bereits im September war zum Beispiel die Tauschbörse WinMX
gestoppt worden, jetzt ist auch Grokster
offline. Die Entscheidung der Grokster-Betreiber kommt überraschend und auch die Begründung zur Schließung überrascht.
Wir sind illegal!
Unter grokster.com ist zu lesen: "Es gibt legale Dienste zum Downloaden von Musik und Filmen. Dieser Dienst gehört jedoch nicht dazu." Die Musikindustrie wollte Grokster schon viel eher einstampfen, musste aber einen langen, juristischen Weg einschlagen. Grokster sah sich nämlich entgegen den Vorwürfen nicht in der Lage, die Machenschaften seiner Nutzer zu kontrollieren. Der Tausch der Dateien erfolge nicht über einen zentralen Server, sondern über eine dezentrale Software von Nutzer zu Nutzer.
Jetzt rudern die Betreiber zurück und wollen demnächst einen legalen Dienst anbieten, der ähnlich wie das neue Napster als Bezahl-Downloadangebot aufgestellt sein soll. Die entsprechende Website wurde bereits reserviert:
grokster3g.com.
Musikindustrie feiert
Besonders in der Musikindustrie wird das Grokster-Ende lautstark gefeiert. Mitch Bainwol, Chef der amerikanischen Musikindustrie RIAA lies in einer ersten Stellungnahme verlauten: "Das Grokster-Kapitel endet hocherfreulich für die Plattenindustrie." Weiter führte er aus: Nur mit legalen Downloadplattformen sei es möglich, in neue Musik zu investieren. Die Plattenindustrie macht illegale Tauschbörsen dafür verantwortlich, dass der Absatz an Musik-CDs in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist.
Hayo Lücke