Der geplante Stellenabbau bei der Deutschen Telekom geht nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" vor allem auf Kosten der Steuerzahler. Wie das Blatt unter Berufung auf Berliner Regierungskreise berichtet, sind unter den 32.000 Mitarbeitern, die das Unternehmen loswerden will, mindestens 20.000 Beamte. Insgesamt müsse der Steuerzahler damit für die früher bei der Bundespost beschäftigten Beamten jährlich mehr als sechs Milliarden Euro aufwenden. Die Gewerkschaft Verdi kündigte für diese Woche Proteste gegen den Stellenabbau an.
Abbau kostet richtig Kohle
Die von der Telekom geplante Vorruhestandsregelung koste den Bund "im günstigsten Fall" eine halbe Milliarde Euro zusätzlich im Jahr, heißt es in dem Bericht. Die Telekom hatte die Streichung von 32.000 Stellen in den kommenden drei Jahren angekündigt. Die Hauptlast trägt die Festnetzsparte T-Com, wo jede fünfte Stelle wegfällt. Darüber hinaus treffe es auch die IT-Sparte T-Systems und die Verwaltung. Die Kosten für den Stellenabbau bezifferte die Telekom auf rund 3,3 Milliarden Euro.
"Die Telekom befindet sich auf dem Irrweg", erklärte Verdi-Vize Franz Treml, zugleich Vize-Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom. Der Konzern brauche motivierte und qualifizierte Mitarbeiter. Er forderte unter anderem einen deutlichen Ausbau des Personals im Servicebereich, "um die Abwanderung frustrierter Kunden zu stoppen". Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke will dagegen auch im Service Stellen abbauen.
Hayo Lücke
/ afp