Donnerstag, 03.11.2005 13:36

Stellenabbau: T-Com verliert zu viele Kunden

aus dem Bereich Sonstiges
Der massive Stellenabbau bei der Deutschen Telekom geht weiter: In den kommenden drei Jahren müssen noch einmal rund 32.000 Mitarbeiter in Deutschland den Konzern verlassen. Die Hauptlast trage die Festnetzsparte T-Com, wo jede fünfte Stelle wegfalle, teilte die Telekom in Bonn mit. Darüber hinaus sind auch die IT-Sparte T-Systems und die Verwaltung betroffen. Gemäß einer früheren Vereinbarung soll es aber keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die Gewerkschaft Verdi kündigte Widerstand an.

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Böser Regulierer

Gleichzeitig plant die Deutsche Telekom etwa 6.000 Neueinstellungen für den Aufbau eines schnellen Glasfasernetzes und in den T-Punkten. "Der weltweite Umbruch der Branche, die rasante technologische Entwicklung und besonders der regulierungsbedingt harte Wettbewerb im Festnetz- und Breitbandbereich in Deutschland stellen den gesamten Konzern vor verschärfte Herausforderungen", will Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke die Maßnahmen erklären. Einerseits müsse der Konzern in bisherigen Kernmärkten Stellen abbauen, andererseits könnten in "innovativen Bereichen" Stellen neu geschaffen werden.

In die Stellenstreichungen eingerechnet sind nach Angaben der Telekom rund 7.000 Mitarbeiter der konzerneigenen Beschäftigungsgesellschaft Vivento, die ebenfalls gehen müssen. Sie würden künftig für andere Unternehmen tätig, etwa das Vivento Call Center. Das hausinterne Arbeitsamt der Telekom beschäftigt derzeit rund 16.500 ehemalige Mitarbeiter. Seit das Telefongeschäft vor zehn Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, hat der Konzern mehr als 100.000 Stellen gestrichen.

Verdi: "Verantwortungslos"

Verdi-Vize Franz Treml warf der Telekom Verantwortungslosigkeit vor. Dem Konzern gehe es glänzend, wie auch der Rekordüberschuss und die hohe Dividende verdeutlichten. "Jetzt sollen offensichtlich wieder die Beschäftigten die Zeche zahlen, obwohl sie dem Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren mit ihrem Beitrag zum Beschäftigungsbündnis aus tiefroten Zahlen geholfen haben", kritisierte Treml, der auch Vize-Aufsichtratschef der Telekom ist.

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