Aufgrund ihrer Mehrdeutigkeit gefragt sind auch Exoten wie .tv (gerne als Abkürzung für "Television" gesehen, steht aber eigentlich für den Inselstaat Tuvalu, der seine Domainrechte gegen viel Geld an einen Vermarkter abgetreten hat).
Zahlreiche Domain-Alternativen
Ähnliches gilt für .co (im englischsprachigen Raum steht die TLD für "Company", tatsächlich gehört sie zu Kolumbien), .me (englisch für "mich", TLD von Montenegro) oder .cc - inoffiziell für "Content & Commerce", eigentlich die Länderkennung der Kokos-Insel. Bei deutschen Aktiengesellschaften ist die Domain von Antigua und Barbuda .ag beliebt und wird entsprechend hoch tarifiert.
Ist die Wunschdomain unterhalb der .de-Domain bereits vergeben, bleibt nur die Wahl einer Alternativ-Endung wie .com, .net oder etwa .org. Mitunter kann die passende Domain aber auch käuflich erworben werden - beispielsweise über spezialisierte Handelsportale wie die Plattform des weltgrößten Domain-Marktplatzes Sedo.
Auffallen - aber nicht um jeden Preis
Wer seinen Domainnamen noch frei wählen kann, ist gut beraten, einige Regeln zu beachten. So sollte die eigene Second-Level-Domain einerseits einprägsam und treffend sein, andererseits - und dieser Aspekt wurde in den vergangenen Jahren immer wichtiger - aber auch rechtlich abgesichert werden. Das "Grabben" von Firmennamen und Marken verbietet sich von selbst. Gattungsbegriffe wie "Wetter" oder "Schule" stellen in der Regel kein Problem dar, doch auch hier kann man im Einzelfall durchaus Schiffbruch erleiden.
Grundsätzlich unproblematisch ist der eigene Name, also z.B. "www.hans-meier.de". Wer jedoch unsicher ist, sollte sich vorher den Rat von Experten einholen. Domainstreitigkeiten sind leider immer noch sehr beliebt und ernähren ganze Heerscharen von Abmahnanwälten.
Stephan Humer