Im sauerländischen Iserlohn und in Bergisch Gladbach sind User des Internet-Auktionshauses
eBay Opfer zweier nächtlicher Hack-Angriffe geworden. Dabei wurde das Passwort ihres eBay-Kontos geknackt und Einkäufe im Gesamtwert von über 900.000 Euro durchgeführt.
Schläge angedroht
Laut Aussage des Geschädigten Horst Lukas, gehen Einschreiben mit Konzert- und Fußball-Karten genauso zurück wie Pakete, die dem 67 jährigen zugeschickt werden. eBay versuche zwar den Schaden zu dezimieren, aber schon jetzt sitzt Lukas auf über 3.000 E-Mails, die unter anderem Kauf-Bestätigungen beinhalten. Aber auch mit Beschimpfungen und der Androhung körperlicher Gewalt sieht sich der Rentner und Hobby-Video-Filmer nach eigenen Angaben konfrontiert. Und das, obwohl er seit seiner Anmeldung bei dem Internet-Auktionshaus im Januar 100 positive Bewertungen für seine Einkäufe bekommen habe.
Ein Wohnwagen mit Standort in Österreich
Die Verkäufer der 12 Rennräder, Großpackungen Duschgel, mehrerer Boote, eines Wohnwagens mit Standort in Österreich und einer Hebebühne, interessiert das scheinbar wenig. "Ich bin mit den Nerven am Ende. Ich werde per E-Mail beschimpft, weil ich mich nicht melde", so Lukas. Nun hofft er darauf, dass die Polizei oder eBay, denen der nächtliche Kaufrausch des Pensionisten erstmalig aufgefallen war, den Hacker ausfindig machen.
Der zweite Angriff
Das hofft auch Stefan Nicke. Der 26-jährige Bergisch-Gladbacher ist ebenfalls Opfer eines solchen Hackangriffs geworden. Sein eBay-Account verbucht zwar nur 547 Einkäufe - bei Horst Lukas waren es 1.000 -, doch die generierte Einkaufssumme ist wohl die höchste, die jemals bei einem Hackangriff im Zusammenhang mit Internet-Versteigerungen zustande kam. Dabei ist noch ungeklärt, ob die zwei Angriffe vom selben Täter durchgeführt wurden. Nicke vermutet es, doch die Polizei ist ratlos: "Es scheint mir, dass es seine Absicht war, jemanden zu ärgern", so Matthias Leschke, Sprecher der Bergisch Gladbacher Polizei.
Sicheres Passwort
Da eBay nach der dritten, falschen Eingabe des Passworts weitere Eingaben nicht verweigert, ist die Eingabemaske ein prädestiniertes Ziel für so genannte Bruteforce-Attacken. Bei dieser Methode werden so lange irgendwelche Passwörter eingegeben, bis eins davon den Zugang zum Account gewährt. Die Bruteforce-Attacke wird durch im Internet erhältliche Programme automatisiert. Somit sollte sich jeder User - unabhängig von dem Service den er nutzt - ein möglichst langes Passwort ausdenken, dass Zahlen und Worte gleichermaßen beinhaltet.