Die Hype-Welle namens VoIP wird mehr und mehr zur Springflut: eine Studie der IDC zufolge werden bereits in diesem Jahr rund 72 Milliarden Gesprächsminuten über die neue Technik abgewickelt. Bis 2009 soll das Gesprächsvolumen dann auf 1495 Milliarden Minuten anwachsen. Marktfrischlinge, wie die Wiener Jajah Technologies GmbH freuen sich daher über den Erfolg ihrer Produkte. Allein an den ersten drei Tagen, die der neue Dienst online ging, registrierte das Unternehmen rund 50.000 Neukunden.
Kostenlos zieht an
Am 1. Juli war des Jajah Webphone in den Markt gestartet. Acht Wochen später vermittelte das Unternehmen bereits die fünf Millionste Gesprächsminute über das eigene Webtool. Toll für die Kunden, aber unvorteilhaft für den Anbieter: der Großteil der Telefonminuten war kostenlos. Etwa 50 Prozent der Gesprächsminuten wurden netzintern zwischen Jajah-Kunden geführt. Weitere zehn Prozent entfielen auf kostenlose Verbindungen zu Partnernetzen. Lediglich die übrigen 40 Prozent waren kostenpflichtige Telefonate zu Festnetz- oder Mobilfunkanschlüssen.
Bald auch Vollversion
Da erstaunt es nicht, wie gering der durchschnittliche Umsatz pro Kunde ist. Lediglich 1,25 Euro werden im Mittel monatlich umgesetzt. Im Verhältnis zu seiner direkten Konkurrenz liege das Unternehmen damit aber weit über deren durchschnittlichen Einkommen. Nach eigenen Angaben sei das durchschnittliche Einkommen pro Nutzer sogar etwa 80 Prozent höher. Doch Jajah hat noch mehr Grund zur Freude, denn schließlich verzeichnen die Österreicher bereits in 197 Ländern weltweit Kunden. Dabei ist das selbst kreierte Webphone bislang nur als Betaversion erhältlich gewesen. Die Vollversion soll mit neuem Design und einigen neuen Features in Kürze erscheinen. Dann ist nicht nur die Nutzung per MAC möglich, auch kostenlose Video-Messages sowie Rufnummern für mindestens zehn Länder werden dann angeboten. Ein Release-Termin ist noch nicht bekannt.
Aleksandra Leon