Donnerstag, 22.09.2005 11:47

Nach Filesharing-Urteil: P2P-Anbieter parieren

aus dem Bereich Computer

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Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Supreme Court) hatte entschieden: die Betreiber von Tauschbörsen, wie eDonkey oder Grokster, können für Verstöße gegen das Urheberrecht haftbar gemacht werden (wir berichteten). Jetzt überlegen einige Tauschbörsen, legal zu werden.

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Umstellung kommt

Wie die Los Angeles Times berichtet, sieht der Chef von eDonkey, Sam Yagan, eine Umstellung seiner Software als "unmittelbar bevorstehend". Ob eDonkey in einen Bezahldienst umgewandelt wird oder ob Filter in die Software eingebaut werden ist noch unklar. Auch P2P-Anbieter Grokster überlegt mit Mashboxx zusammenzuarbeiten. Mashboxx bezahlt Rechteinhaber für die entladenen Musikstücke.

Die U.S. Musikindustrie hat sich zu den Vorhaben bislang nicht geäußert. Noch vergangene Woche bekamen Tauschangebote wie eDonkey, BearShare oder LimeWire, Abmahnungen zugesandt. Ein Verfahren gegen Grokster und Streamcast Networks Inc. läuft noch. Robert Summer, Chef von IMesh.com Inc, sagte gegenüber der Zeitung, dass es unklug für die heutigen P2P-Anbieter wäre, nicht auf das Urteil zu reagieren. Sie würden rechtlich verfolgt werden. IMesh hatte sich noch vom dem Urteil des Supreme Courts mit der Musikindustrie geeinigt, umgerechnet etwa 3,4 Millionen Euro an diese zu bezahlen. Darüber hinaus hatte der Dienst sich verpflichtet, die Copyright-Verstöße seiner Nutzer zu unterbinden.

Auswege gibts immer

Ob durch das Ändern der Tauschbörsen-Software das illegale Kopieren und Tauschen von urheberrechtlich geschützten Dateien wirksam eingedämmt werden kann, bleibt nach wie vor fraglich. Zum einen gibt es beim Filesharing viel Konkurrenz. Die User könnten zu alternativen Angeboten wie Bittorrent abwandern. So geschehen bei der Kommerzialisierung von Napster. Andererseits ist beispielsweise das eDonkey-Netzwerk auch mit anderen Clients erreichbar. Sollte also die offizielle Ausgabe des Programms mit Filtern oder ähnlichem ausgerüstet werden, gäbe es noch genügend andere Software, die sich mit dem eDonkey-Netzwerk verbinden könnte.
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