Hacken ist längst nicht mehr nur ein Sport jugendlicher Computerfreaks. Cracker setzen zunehmend schädliche Programme ein, um sich selber finanziell zu bereichern. Der neueste Trend: Mit Netzwerken ferngesteuerter Rechner, so genannter BotNets, andere Rechner über das Internet unter Kontrolle bringen ohne dass die Nutzer am anderen Ende etwas davon merken. Auf diesem Weg entsteht ein Verbund von Computern mit einer hohen Rechnerleistung, der in erster Linie für so genannte Denial-of-Service-Attacken genutzt wird (DoS-Attacken).
Starker Anstieg von DoS-Attacken
In einem neuen Sicherheitsbericht verzeichnen die Viren-Experten der Firma Symantec einen massiven Anstieg von Bot-Attacken innerhalb des letzten halben Jahres. In der Zeit von Januar bis Juni 2005 sei die Zahl bot-infizierter Computer pro Tag um 140 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr gestiegen. Mit dem Anstieg der Bot-Attacken explodierten auch die DoS-Angriffe. Bei DoS-Attacken wird ein Server gezielt mit Anfragen bombardiert. Das System kann die Aufgaben nach einiger Zeit nicht mehr bewältigen und bricht letztendlich zusammen. Die Symantec-Experten registrierten einen Anstieg der DoS-Attacken um 640 Prozent in sechs Monaten. Durchschnittlich seien die DoS-Attacken von 119 auf 927 pro Tag angestiegen.
Besondere Vorsicht mit Kontodaten
"Der Trend geht weg von breit angelegten Angriffen auf Netzwerke
hin zu kleineren, dafür aber zielgenauen Attacken auf Webanwendungen
und Clients." So bringt Olaf Lindner, Sicherheitsexperte bei
Symantec, die Verschiebung in der Bedrohungslandschaft auf den Punkt. Da sich Internetbanking und Online-Shopping immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist diese Entwicklung als besorgniserregend einzustufen. Besondere Vorsicht müssen Nutzer bei der Angabe von Bankverbindungen und Kontoinformationen walten lassen.
Denise Bergfeld