<i>Kommentiert von Michael Müller</i>
Deutschland. Land der Innovationen - und der Technik. Während auf vielen Strecken von einem Gang in den nächsten geschaltet wird, weist eine Schnellstraße trotz vieler Baustellen immer noch schwere Schlaglöcher auf. Die Breitband-Autobahn.
Mehr Leistung fürs Geld
Seit einigen Jahren nimmt die Bandbreite bei Internetzugängen stetig zu. Erst gab es für die Bürger großflächig maximal drei Megabit pro Sekunde Downstream mit dem Breitband-Produkt der Telekom,
T-DSL. Es folgte Anfang 2005 ein neues Maximum von sechs Mbit/s. Gleichzeitig ergänzten TV-Kabelprovider ihre Palette um neue, noch schnellere Datenprodukte. Erst mit stolzen
zehn und später mit wuchtigen
20 Mbit/s Empfangsgeschwindigkeit.
Nach erheblichen Startschwierigkeiten in 2004 begann zur CeBIT des folgenden Jahres Telefonie über das Internet für den Privatkunden erstmals an Attraktivität zu gewinnen. Grund dafür war die Vermarktungsfreude, die viele große Provider an den Tag legten. Da waren beispielsweise freenet und Arcor - und alle hatten sie ihr eigenes Produkt für
Voice-over-IP dabei.
Telefonie über Datenhighway
Eine begrüßenswerte Entwicklung. Denn wieso nicht die Datenleitung auch für Telefonate nutzen?! Schade, dass
VoIP trotz guten Preisen aktuell zum Nischenprodukt verkommt. Der Grund: die Technik kann den konventionellen Telefonanschluss nicht ersetzen und ist so für viele Nutzer uninteressant. Und das, obwohl sich die großen Bandbreiten doch ideal für Internettelefonie anbieten würden. Schuld an der ausbleibenden Blütezeit ist die Telekom. Die denkt nicht daran, T-DSL vom Telefonanschluss zu entbündeln. Warum auch? Schließlich würde man der Konkurrenz so eine Freikarte lösen und laufe Gefahr, einen großen Teil der Kunden zu verlieren.