Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, hat die
Sperr-Notruf 116 116 GmbH bereits am 29. Juli Insolvenz angemeldet – nicht mal einen Monat nach dem offiziellen Starttermin.
"Neuordnung"
Der Zeitung gegenüber begründete der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Michael Denck, diesen Schritt mit einer "Neuordnung der Finanzierung". Der Bund hatte als Starttermin des neuen Dienstes den 1. Juli vorgegeben. Um den Termin einzuhalten, sei zunächst eine Zwischenfinanzierung nötig gewesen, so Denckweiter. Jetzt müsse eine langfristige Planung her. Trotz der Insovenzmeldung beim Amtsgericht Frankfurt geht die Beantwortung der Sperrnotrufe aber weiter, der Betrieb in den beiden Call-Centern von Arvato und Bosch wird aufrecht erhalten.
Bisher war der Service allerdings nur teilweise ein Erfolg. Zwar wurden im Juli rund 50.000 Telefonate geführt und 20.000 Karten gesperrt, viele Bankkunden wenden sich aber immer noch direkt an die Hausbank. So wurden zum Beispiel nur fünf Prozent der Sperrungen bei Volks- und Raiffeisen-Banken über den Notruf abgewickelt. Bislang hat das Projekt erst 14 – zumeist recht kleine –
Teilnehmer.
Keinen Plan?
Die Finanzierungslücke hat ihren Ursprung allerdings nicht in einer fehlerhaften Planung, erklärt Michael Denck gegenüber onlinekosten.de. Auch ist nicht die fehlende Resonanz Schuld, schließlich würden bereits 40 Prozent der Sparkassen-Kunden die neue Servicenummer nutzen. Es mangele aber noch an Bekanntheit, so Denck.