Die Bundesregierung will mit einem Krisenreaktionszentrum die Gefahr von Schäden durch Computerviren eindämmen. Dies sieht der von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) vorgestellte Nationale Plan zum Schutz der Informationsinfrastrukturen (NPSI) vor. Er soll der Prävention, aber auch der Reaktion auf die wachsende Zahl von Angriffen von Computerviren dienen. Die Sicherheitslage bei der Informationstechnologie sei "aktuell zwar unter Kontrolle", betonte Schily. "Aber wir müssen uns auf Bedrohungen neuer Qualität und Quantität einrichten."
Nach Ansicht Schily räumen private Computernutzer, aber auch Verwaltungen und Firmen der Gefahr von Viren nicht den notwendigen Stellenwert ein. "Es fehlt häufig am Sicherheitsbewusstssein", betonte der Innenminister. Die Angreifer veränderten häufig ihre Techniken. "Der Trend geht zu kleinen Programmen, die im Verborgenen arbeiten." Generell veränderten sich Zahl und Art der Viren, aber auch die Ziele der Angreifer. "Nicht mehr die Anerkennung in der Hackerszene steht im Vordergrund." Vielmehr verfolgten die Urheber der Angriffe zunehmend kriminelle Absichten.
Umfangreiche Maßnahmen
Der Nationale Plan sieht die Einrichtung des Krisenreaktionszentrum IT im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor. Die Bundesregierung wird Schily zufolge das Know-how der deutschen Dienstleistungsunternehmen der IT-Sicherheit nutzen, um zur Stärkung des Krisenzentrums beizutragen. Neben Prävention und Reaktion sieht der Nationale Plan auch Maßnahmen zum nachhaltigen Schutz vor Computerviren vor.
Hayo Lücke
/ afp