Das Ergebnis einer neuen Studie der amerikanischen University of Illinois überrascht besorgte Eltern: Wer häufig brutale Computerspiele zockt, wird nicht zwangsläufig gewalttätig.
Brutales Spiel
In der Studie konnte kein Zusammenhang zwischen dem Rollenspiel "Asheron's Call 2" und einer erhöhten Aggressivität der Spieler nachgewiesen werden. Der Leiter der Studie, Dimitri Williams, Professor für Kommunikation und Experte für die Auswirkungen von Onlinespielen, beobachtete im Laufe der Studie ingesamt 213 Personen mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren. Dabei mussten 75 Personen rund 56 Stunden pro Monat über das Internet "Asheron's Call 2" spielen. In dem Rollenspiel muss sich der Spieler unter zahlreichen Waffen und Kampftechniken durch eine Fantasy-Welt schlagen. Die anderen 138 Testpersonen bekamen Spielverbot.
Langzeit-Versuch
Über einen Monat hinweg wurden die beiden Gruppen zu ihrem Verhalten gegenüber Familie und Freunden befragt, sowie ihre Einstellung zu Gewalt und ihre Aggressionen in speziellen Tests ermittelt. Eine erhöhte Aggressivität konnte bei den "Asheron's Call 2"-Spielern gegenüber der Kontrollgruppe nicht festgestellt werden. Allerdings weist Williams darauf hin, dass die Auswirkungen eines Shooters, der in einer realen Umgebung spielt, anders ausfallen könnten.
"Die Studie zeigt, dass brutale Spiele nicht unbedingt zu erhöhter Aggressivität im echten Leben führen", so Williams. Des Weiteren erläutert Williams darauf, dass Computerspiele durchaus positive Effekte auf Spieler haben können: "In Online-Spielen lernen die Spieler Probleme zu lösen und können soziale Kontakte knüpfen."
No Sex, please
Zumindest die rund 60 Prozent der Amerikaner, die am Computer spielen, dürfen also aufatmen. Allerdings sorgen sich Amerikaner bisher weniger um Brutalität in Videospielen oder Spielfilmen. Vielmehr sind Sexszenen besorgniserregend, wie kürzlich der Medienrummel um das Spiel GTA: San Andreas zeigt. Die Brutalo-Raserei wurde aufgrund einer pixeligen
Sexszene aus den Regalen genommen.