Pretty Good Privacy – kurz PGP – machte Philip R. Zimmermann berühmt und bei den Ermittlungsbehörden gefürchtet. Sein Verschlüsselungssystem für E-Mails ist bis heute weltweit das erfolgreichste seiner Art.
Ritter der Privatsphäre
Kurz nach der Veröffentlichung ordnete das US-Magazin Information Week PGP in die Top Ten-Rangliste der wichtigsten Produkte des Jahres 1994 ein. Zimmermann selbst wurde ein Jahr später von Newsweek zu einer der 50 Persönlichkeiten mit dem höchsten Einfluss auf das Internet ernannt. Neben anderen Auszeichnungen wurde Zimmermann im Jahr 2001 in die CRN Industry Hall of Fame und 2003 in die Heinz Nixdorf Museumsforum Hall of Fame aufgenommen.
Jetzt arbeitet der Schützer der Privatsphäre an seinem nächsten Coup: mit
Zfone entwickelt er jetzt das erste abhörsichere
Softphone auf Basis von PGP. Das Programm verschlüsselt die einzelnen Datenpakete einer VoIP-Verbindung. Um zu vermeiden, dass die Datenpakete durch die Kryptografie-Daten unverhältnismäßig anwachsen und dadurch die Verbindung gestört wird, greift er dabei auf einen speziellen Standard zurück. Wir haben mit den Entwickler über sein neues Projekt befragt.
onlinekosten.de: Mr. Zimmermann, Sie arbeiten gerade an einem Verschlüsselungsprogramm für VoIP-Telefonate. Bitte erklären Sie uns kurz die Funktionsweise.

Phil Zimmermann: Zfone ist ein sicheres Internettelefon, bestehend aus einem VoIP Client der mit Kryptografie ergänzt wurde. Damit kannst du jemandem ins Ohr flüstern, der Tausende Meilen entfernt ist. Es ist ein bisschen wie mein altes PGPfone aus 1996, beinhaltet aber alle modernen VoIP Protokolle, wie beispielsweise SIP, RTP usw.
Also beruht Zfone auf Ihren Erfahrungen mit PGPfone?
Ja. Es ist genau so, wie ich PGPfone damals in 1996 geschrieben hätte, wenn schon so gute VoIP Protokolle verfügbar gewesen wären. Das Internet war zu der Zeit noch nicht bereit für VoIP. Niemand hatte Breitband-Anbindungen und SIP war noch nicht erfunden.