Montag, 01.08.2005 17:44

Studie: Gefahren und Chancen für VoIP

aus den Bereichen Breitband, VoIP
Die Münchener Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte sieht stürmische Zeiten für den Kommunikationsmarkt voraus. Danach nutzen bereits heute allein in Deutschland rund 500.000 Kunden regelmäßig VoIP, etwa zwölf Prozent der Auslandsgespräche werden mittlerweile über die neue Technik geführt. Bei den deutschen Unternehmen sind die Zahlen ähnlich: rund 14 Prozent nutzen mittlerweile das Internet für Telefonate. Nimmt man reine IP zu IP-Telefonanbieter ins Visier, werden die Zahlen noch erheblicher. Allein Skype zählt inzwischen mehr als 15 Millionen Kunden weltweit.

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Ein paar Millionen umgeleitet

Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Anbieter klassischer Telefondienste den neuen Trend schmerzhaft zu spüren bekommen. So prognostiziert Deloitte den VoIP-Lösungen in Deutschland bis zum Jahr 2007 ein Marktvolumen von 528 Millionen Euro. Große europäische Ex-Monopolisten wie British Telecom, France Télécom oder die hiesige T-Com rechnen in den kommenden Jahren mit milliardenschweren Umsatzausfällen.

Bisher sei zwar die Deutsche Telekom noch durch die Regulierung gedeckt, da sie ihre DSL-Anbindung immer noch an die Telefonleitung koppeln kann. Allerdings laufe der Rosa Riese Gefahr, durch das massenweise Reselling seiner T-DSL Produkte nicht mehr als Vertragspartner beim Endkunden wahrgenommen zu werden und so seine Stellung als Premium-Anbieter einbüßen könnte.

Schon mal warm anziehen

Aber auch andere in der Branche werden mit VoIP noch ihre Schwierigkeiten bekommen. So prophezeit Deloitte der Call-by-Call und Preselection-Branche im Festnetz ebenfalls einbrechende Geschäftsergebnisse. Da diese Unternehmen ihre Kunden hauptsächlich über den Preis binden, können sie durch günstigere VoIP-Tarife unterboten werden und so Nutzer verlieren.

Der Mobilfunk ist immerhin noch so lange vor Einbußen sicher, bis der reibungslose Wechsel zwischen WLAN- und Mobilfunknetzen möglich ist. Kabelnetzbetreiber und Internetprovider dagegen können sich über neue Möglichkeiten der Kundenbindung freuen: mit VoIP als Zusatzprodukt können sie ihre Produktpalette veredeln und Wettbewerbsvorteile nutzen, indem sie als Full-Service-Provider auftreten.
Aleksandra Leon
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