"5-Gigahertz-Antennen zu bauen ist schon ne Herausforderung", meint auch Thilo Kootz vom Deutschen Amateur Radio Club (DARC). Kootz ist beim DARC für die technische Betreuung der Funkamateure zuständig, die den WLAN-Frequenzbereich auch für Amateurfunkzwecke benutzen. Er hat selbst schon Antennen für den 2,4 Gigahertz-Bereich gebaut, das sei schwierig genug gewesen.
Reflektion unerwünscht
Für den Bau einer Antenne ist eigentlich eine spezielle Meßausrüstung erforderlich. Dazu zählt zum Beispiel ein Stehwellenmessgerät (SWR-Meter). Es misst das Verhältnis zwischen der abgegebenen und zurück geworfenen Leistung. Ist die Antenne zu lang oder zu kurz, wird zuviel der Sendeleistung wieder an den Sender zurückgegegen. Dadurch kann zum Beispiel die WLAN-Karte unter Umständen beschädigt werden. Doch diese Instrumente sind teuer und die Anschaffung rentiert sich für Gelegenheitsbastler nicht.
Auch Lange verzichtet auf Meßgeräte. Er empfiehlt, die Verstärkungsleistung einer handelsüblichen Antenne mit dem Selbstbau zu vergleichen. "Wenn ich beim Test im Wohnzimmer feststelle, dass die Antenne gut funktioniert, fahre ich ins Freiland und teste die selbstgebaute Antenne gegen eine geeichte Antenne auf Reichweite und Bandbreite. Natürlich immer am selben Standort, um die Eigenschaften vergleichbar zu halten."
Ravioli-Dosen sind besser
Seiner Meinung nach ist es durchaus möglich, stur nach den Anleitungen aus dem Internet vorzugehen. Doch gebe es auch dort gute und schlechte Bauanweisungen. "Zum Beispiel ist die berühmte Pringles-Dose eine ungewöhnlich schlechte Konstruktion, die -selbst wenn streng nach Anleitung gebaut- kaum einen Leistungsgewinn erzielt", erklärt Lange. Die Pringles-Dose habe schlicht die falsche Größe. Mit richtigen Blechdosen, wie zum Beispiel Kaffee- oder Ravioli-Dosen, erreiche man bessere Ergebnisse.