GEMA und Musikbranche wollen Filesharern das Leben schwer machen. Weil sie an die Szene nur schwer herankommen, versuchen sie derzeit, die Provider in Haftung zu nehmen. Mit Spannung erwartet die Branche den kommenden Montag, an dem eine von der GEMA gesetzte Frist ausläuft. Die Filesharing-Szene ist amüsiert und beobachtet das Ganze aus der Distanz. Wie ein Teammitglied der "Saugstube" im exklusiven Interview verrät, machen sich die "bösen Buben" keine Sorgen.
Netze über Netze
Mit Napster fing 1999 alles an. Munteres Filesharing, über Landesgrenzen hinweg. Der Beginn des globalisierten Dateientausches. Neue Netze entwickelten sich ebenso schnell wie die technischen Raffinessen. Und als Napster tot war, teilten sich andere Tauschbörsen den fetten Sharing-Kuchen. Auf einmal sorgten KaZaA, Gnutella und Artverwandte für den Zugriff auf große Filesharing-Netzwerke.
Als 2002 dann das eDonkey-Netzwerk einen Hype erlebte, ruhte Napster immer noch unter der Erde. Daneben wurde schon das Grab für KaZaA ausgehoben - 2002 begannen die Phonoverbände nämlich, defekte Dateien über das FastTrack-Netzwerk zu verbreiten, um dem KaZaA-Getausche entgegen zu wirken.
Der "Esel" allerdings steht nach wie vor hoch im Kurs - mit mehr als vier Millionen Nutzern weltweit. Ein großer Erfolg für die Macher. Maßgeblichen Anteil am Boom des Projektes hat die in der eDonkey2000-Anwendung enthaltene Option, Dateien über so genannte eDonkey-Links zu verteilen. Findet ein Netzteilnehmer eine interessante Datei, kann er die Fundstelle als Link extrahieren und seinen Freunden weitergeben. Klicken diese den Link an, landet die Datei auf der Downloadliste. Die Verbreitung einzelner Datenpakete, ganz egal ob MP3-Song oder AVI-Film, wird enorm beschleunigt.
Erfolgsrezept eDonkey
Schnell bildeten sich so genannte eDonkey-Linkseiten. Deren Inhalt: eDonkey-Links. Für Filme aller Art, Musikdateien und ganze Alben, Videospiele, Serien, eBooks, Software und vieles mehr. Also für alles, das sich digitalisieren lässt und eine breite Masse interessieren könnte. Mit ansteigender Popularität solcher Websites verbreiten sich natürlich auch die Dateien schneller. So kommt es, dass mittlerweile Filme schon vor offiziellem Filmstart zehntausende Filesharer erreichen oder Musikalben Monate vor dem offiziellen Release aus Computerboxen schallen. Klar, dass dies den Schauspielern, Musikern und Programmierern nicht schmeckt.