Wegen möglicher Probleme mit dem Wettbewerbsrecht hat die EU-Kommission mehrere Büros des US-Mikrochipherstellers Intel in Europa durchsuchen lassen. Auch Büroräume mehrerer Computerhersteller und PC-Vertriebsfirmen seien in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Beamten der nationalen Wettbewerbsaufsichtsbehörden aufgesucht worden, berichtete die Kommission in Brüssel.
Keine konkreten Details
Welchem konkreten Vorwurf die Behörde mit der Aktion nachgeht, wollte der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes nicht nennen. Es handele sich dabei um Inspektionen im Rahmen einer laufenden Untersuchung zu wettbewerbsrechtlichen Problemen.
Die Brüsseler Behörde hatte in den vergangenen Jahren bereits Vermarktungspraktiken des weltweit führenden Chipherstellers überprüft. In Japan untersuchten die nationalen Stellen, inwieweit Intel Einfluss auf die Entscheidungsfreiheit von Computerhersteller ausübte, indem Rabatte für Intel-Prozessoren an die Bedingung geknüpft wurden, dass bei diesen Firmen konkurrierende Chiphersteller nicht ebenfalls zum Zug kamen.
Klage von AMD
In den USA reichte Wettbewerber AMD eine entsprechende
Klage ein. Demnach soll Intel seinen wichtigsten Kunden Dell, Sony, Toshiba, Gateway und Hitachi Sonderkonditionen unter Voraussetzung einer exklusiven Verwendung von Intel-Chips eingeräumt haben. Intel wies solche Vorwürfe zurück.
Hayo Lücke
/ afp