Apple hat es manchmal nicht leicht. Wer als cool gilt, braucht sich nicht zu wundern, dass andere von der Coolness ein bisschen abhaben möchten - selbst wenn sie dafür den Kopierer anschmeißen müssen. Das Ergebnis sind dann zum Beispiel iPod-Klone wie der "
Super Tangent", Medions
micromaxx oder der "i-Pocket".
Gemischtwarenladen
Die Titlist Company Limited aus Taipeh, Taiwan, gibt es seit 1986. Sie macht in Lebensmittel, importiert unter anderem Weine aus Kalifornien und europäischen Kaffee aus Europa. Hier kriegt der Chinese seinen Melitta-Kaffee mit den passenden Filtertüten. Seit 1993 baut Titlist auch Elektronikteile, vorrangig Grafikkarten für ATI und nVidia-Chips.
Der neue MP3-Player "i-Pocket" fällt da etwas aus der Reihe. Er sieht so aus wie der Bastard eines iPods der dritten Generation und des kleinen iPod mini. Von dem hat er Form und Farbe, vom großen Weißen die Bedienknöpfe unter dem Display. Sonst hat er mit dem Apple-Player natürlich nicht viel gemein.
Keine Platte
Denn der "Player" nennt sich "tragbarer Multimedia-Card-Reader mit MP3-Player-Funktion". Es gibt also keine Platte, man kann den i-Pocket dafür mit allen möglichen Smartcards (SD/MMC/MS/MS, duo/MS) bestücken. Seine Kapazität lässt sich so von 16 Megabyte bis 4 Gigabyte variabel gestalten. An den Computer hängt man den i-Pocket per USB 2.0.

Ob die Titlist Company - im Übrigen ein für den englischsprachigen Wirtschaftsraum gut gewählter Name - die Geräte herstellt oder nur importiert, war nicht zu erfahren. Eine Anfrage blieb unbeantwortet. Berichten zufolge wird der Player in Taiwan unter dem Markennamen "Aboss Tech" in Online-Auktionen verkauft. Ein Schnäppchen ist er allerdings nicht: Umgerechnet knapp 150 Euro soll der Player mit einer 512 Megabyte Karte kosten.
Apple war der "i-Pocket" aktuell zwar nicht bekannt, will die Kloner-Szene allgemein allerdings schon auf dem Radar haben. Mehr wollte der Computerhersteller dazu aber nicht sagen, das Thema werde nicht kommentiert, so ein Sprecher. Auch ein bisschen uncool.