Als es noch keine
Handys gab, waren Walkie-Talkies ein beliebtes Spielzeug bei Kids und Teens. Die drahtlose Kommunikation von Nachbarhaus zu Nachbarhaus machte nicht nur Spaß, sondern brachte auch Überraschungen mit sich. Zum Beispiel, wenn ein anderer Amateurfunker auf der gleichen Frequenz nach Gesprächspartnern suchte. Mit Hilfe von
Push-To-Talk (PTT), der Walkie-Talkie-Lösung in Mobiltelefonen, könnte der Sprechfunk neu aufleben – wenn die Mobilfunker es wollten.
Deutschland wartet
Während T-Mobile PTT bereits seit Ende November 2004
vermarktet, warten Kunden bei den anderen Anbietern bisher vergeblich auf die neue Kommunikationsform. Zwar heißt das nicht unbedingt, dass sie auch zukünftig auf Push-To-Talk verzichten müssen. Doch gibt es seitens der Netzbetreiber noch Bedenken. Die Branche gibt sich abwartend.
Von o2 ist zu vernehmen, dass die Vorbereitungen für eine Push-To-Talk-Einführung bereits angelaufen sind. "Frühestens in einem halben Jahr" werden o2-Kunden PTT nutzen können, einen konkreten Starttermin gibt es aber noch nicht. o2 will - wie die Mitbewerber auch - warten, bis sich die Branche auf einen Standard geeinigt hat. Sprecher Roland Kuntze erklärt, dass andere Anwendungsfelder wie
surf@home stärker im Blickpunkt stünden - auch weil die Nachfrage nach PTT nicht gerade boomt.
Standardfragen
Auch bei E-Plus ist das Interesse der Kunden offenbar gering. Eine signifikante Nachfrage nach PTT gebe es aktuell auch bei E-Plus noch nicht, sagt Catrin Glücksmann. Für die Unternehmens-Sprecherin ist Push-To-Talk in der derzeitigen Form noch zu wenig kundenfreundlich. Stichwort Standardisierung: Solange sich der Kunde Gedanken darüber machen müsse, ob das Endgerät des Kommunikationspartners PTT-fähig sei oder nicht, mache es wenig Sinn über einen konkreten Einführungstermin nachzudenken, so Glücksmann weiter. E-Plus will den Markt aber weiter beobachten.