Wer beim Autofahren mit dem Handy am Ohr telefoniert, geht ein mehr als viermal höheres Unfallrisiko ein - und die oft als vermeintlich sichere Alternative eingebauten Freisprecheinrichtungen sind fast genauso gefährlich. Dies geht aus einer Studie hervor, die in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht worden ist.
Je häufiger desto schlimmer
Die Forscher befragten 450 Autofahrer in Westaustralien, die im Besitz eines Mobiltelefons sind und infolge von Unfällen im Krankenhaus behandelt werden mussten. Der Studie zufolge könnte eine zunehmende Verbreitung von Freisprechanlagen die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle nicht verringern, sondern sogar erhöhen, wenn dadurch im Auto letztlich häufiger telefoniert werde. Die meisten Studienteilnehmer gestatteten den Wissenschaftlern, ihre Mobilfunkrechnungen zu überprüfen, um Informationen über einen möglichen Zusammenhang von Telefonaten und Unfallzeitpunkt zu erhalten.
Quasselstrippen leben gefährlich
Demnach war das Unfallrisiko der Fahrer, die bis zu zehn Minuten vor dem Unfall mit dem Handy telefoniert hatten, 4,1 mal höher als das derjenigen, die gar nicht telefoniert hatten. Wurde das Handy direkt ans Ohr gehalten, war das relative Risiko 4,9 mal höher. Telefonierte der Fahrer mit einer Freisprechanlage, war das Risiko immerhin auch noch 3,8 mal höher, als wenn er auf das Telefon verzichtet hätte.
Aleksandra Leon
/ afp