Mittwoch, 06.07.2005 18:57

Penis-Pillen und Profit: Spammer Smith vor Gericht

aus dem Bereich Sonstiges
Der berüchtigte Spammer Christopher "Rizler" Smith soll heute vor einem U.S.-Gericht erscheinen. Er war vor der Justiz geflüchtet, nachdem ein U.S.-Richter Licht in seine lukrativen Spamming-Aktivitäten gebracht hatte. Er wird beschuldigt, verschreibungspflichtige Medikamente illegal über das Internet verkauft und vermarktet zu haben. Vergangenen Donnerstag wurde er am Flughafen in Minneapolis festgenommen.

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Im Ausland aktiv

Smith, 25, wurde erwischt, als er von einem Flug aus der Dominikanischen Republik zurück kam. Dorthin hatte er seine Unternehmung seit Mai verlegt, da ein Bundesrichter die Schließung seiner Spam-Firmen "Burnsville Internet" und "Xpress Pharmacy Direct" in Minneapolis angeordnet hatte. Darüber hinaus wurde ihm auch auferlegt, die Vermarktung der Pillen zu stoppen. Für diese hatte er in Spam-E-Mails geworben.

Angeblich soll Smith insgesamt über eine Milliarde Spam-E-Mails verschickt haben, entweder an AOL E-Mail-Adressen oder über AOL E-Mail-Accounts. Nach Angaben des FBI soll Smith dieses Jahr etwa 18 Millionen U.S.-Dollar durch seine Geschäfte eingenommen haben. Anfang Mai hatten verschiedene U.S.-Bundesbehörden die Geschäftsräume von "Xpress Pharmacy" und das private Haus von Smith durchsucht und dabei seinen Ausweis und Vermögen im Wert von 4,2 Millionen U.S.-Dollar beschlagnahmt. Darunter befanden sich auch mehrere Luxus-Autos.

Geld von Frau und Freundin

Gleichzeitig schloss das FBI seine Firma, die zu diesem Zeitpunkt 85 Mitarbeiter beschäftigte. Er wurde angeklagt, verschreibungspflichtige Medikamente ohne Genehmigung zu verkaufen. Vier Tage nach einem ersten Gerichtsauftritt setzte er sich in die Dominikanische Republik ab, wahrscheinlich mit einem gefälschten Pass. Überleben konnte er dort durch die Hilfe seiner Frau Anita, seiner Freundin aus Minnesota und verschiedener anderer Leute, die ihm Geld in Höhe von mehreren tausend Dollar zukommen ließen.

Gerichtsdokumente beschuldigen Smith nun, dass er bereits im Juni erneut Webseiten unter falschem Namen eingerichtet und den Online-Verkauf der verschreibungspflichtigen Medikamente wieder aufgenommen hatte. Hierfür eröffnete er eigens ein neues Call-Center in der Dominikanischen Republik.
Christopher Bach
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