Der Computersicherheitsspezialist Sophos hat die Ergebnisse seiner Virenanalysen des ersten Halbjahres 2005 zusammengefasst: So entdeckten die Experten der SophosLabs auf der ganzen Welt von Januar bis Juni 7.944 neue Viren. Dies entspricht einer Zunahme von 59 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres.
Zafi.D top
Der in Ungarn entwickelte Wurm Zafi-D führte von Januar bis April die monatliche Viren-Hitliste an und war für mehr als ein Viertel aller Sophos bekannten Angriffe verantwortlich. Getarnt als Weihnachtsgruß, verleitet Zafi-D die Anwender dazu, den infizierten Dateianhang zu öffnen. Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos: "Das Überraschende an Zafi-D ist, dass er bis weit in den Frühling hinein in den Top Ten vertreten war. Obwohl er in den letzten zwei Monaten seine Spitzenstellung einbüßte, stellt er immer noch eine ernstzunehmende Bedrohung dar."
Der zweisprachige Wurm Sober-N belegt den dritten Platz in der Halbjahresbilanz. Er wurde im Mai erstmals entdeckt und setzte sich noch im selben Monat an die Spitze der Viren-Charts, wo er den Wurm Zafi-D ablöste. Sober-N, der sich als Benachrichtigung über ein zugeteiltes Ticket zur Fußball-WM 2006 ausgibt, verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit in 40 Ländern, vor allem Deutschland, und befiel Tausende von Rechnern. Sober-N wartete unbemerkt im Hintergrund, aktualisierte sich später selbst und missbrauchte die PCs der betroffenen User als sogenannte Zombie-PCs, um ohne deren Wissen Neonazi-Propaganda-Mails zu versenden.
Christoph Hardy: "Die Familie der Sober-Würmer zeigt, wie viel Schaden solche Zombie-PCs heutzutage anrichten können. Das gemeinsame Vorgehen von Spammern, Viren-Autoren und ihren Zombie-Armeen bildet eine Macht, mit der man rechnen muss. Seriöse Unternehmen geraten immer mehr in die Schusslinie und werden als Absender von Spam identifiziert."