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Nicht nur in Europa, auch in den USA sorgt Voice over IP für Furore im Telekommunikationsmarkt. Eine Revolution der Sprachkommunikation erscheint unausweichlich am Horizont. Stimmen werden laut, dass das Festnetztelefon weltweit über kurz oder lang einpacken kann. Doch mit explosionsartig wachsenden Kundenzahlen, rückt die Technik auch ins Blickfeld der Regulierungsbehörden. Je mehr Menschen VoIP für ihre tägliche Kommunikation nutzen, umso notwendiger erscheinen Regeln und Vorgaben für die Provider. Gleichzeitig beantwortet die Diskussion um die Öffentliche Sicherheit die Frage, ob VoIP wirklich das Zeug zur Kommunikation von morgen hat.
Letzte Hürde fürs Massengeschäft
Während VoIP bisher den Status einer technischen Trickserei für Breitbandjunkies hatte, machen wachsende Serviceangebote und ins Bodenlose fallende Telefontarife die Sprachübertragung per Internet für den Massenmarkt interessant. Doch bisher wurde eine wichtige Schwierigkeit von VoIP entweder übergangen oder nur provisorisch gelöst. Die Erreichbarkeit von Notrufnummern aus dem Internet kann bisher nicht automatisch gewährleistet werden. Die US-Regulierer geben als ersten Schritt den VoIP-Providern daher vor, ihre Produkte mit einer entsprechenden Warnung auszustatten. Später bekommen die Anbieter von der Federal Communications Commission (FCC) dann automatisierte Systeme verordnet.
Das Wer und Woher fehlt
Die Schwierigkeit der Notruferreichbarkeit ergibt sich aus der Technik: VoIP-Nutzer sind weltweit unter ihrer Telefonnummer erreichbar, ebenso, wie sie von überall mit der gleichen Nummer anrufen. So kann – anders als beim Festnetz – nicht automatisch die Adresse des Anrufers anhand der Telefonnummer festgestellt werden. Einige Provider haben daher provisorische Lösungen eingeführt, bei denen manuell der aktuelle Aufenthaltsort in eine entsprechende Zuordnungsliste eingetragen wird. Aber mit der wachsenden Aufmerksamkeit der Regulierer wird es damit vorbei sein. So schlägt die FCC in ihren neuen Regeln automatische Lokalisierungssysteme, beispielsweise per GPS, vor.
Telefondienste brauchen Regeln
Rechtlich verhält es sich beim Thema Notruf in Deutschland ebenso wie in den USA. Auch hier gilt laut Telekommunikationsgesetz: „Wer Telefondienste für die Öffentlichkeit erbringt, ist verpflichtet, für jeden Nutzer unentgeltlich Notrufmöglichkeiten“ sowohl zur europaweiten 112, wie auch zu den nationalen Rufnummern zu gewährleisten. Die Verpflichtung, dabei unverzüglich die Rufnummer des Anschlusses bzw. die Daten zur Ermittlung des Standortes zu übertragen, gilt hier dagegen nur für Betreiber von Telekommunikationsnetzen. In den USA fallen unter diese Regelung zukünftig auch VoIP-Anbieter. Sogar Dienste wie Skype und Co. werden dann angehalten sein, diese Informationen zu liefern oder alternative Lösungen anzubieten.