Samstag, 25.06.2005 17:20

VoIP: Freud oder Leid für UMTS?

aus den Bereichen Breitband, VoIP
UMTS mit theoretisch zwei Megabit pro Sekunde Übertragungsrate scheint ideal, um IP-Telefonie von unterwegs zu realisieren. Bereits heute lässt sich das mobile Highspeed-Netz vielerorts zum Beispiel per UMTS-Karte im Notebook nutzen. So ist es auch kein Problem, "over IP" zu telefonieren, solange sich ein Softphone auf dem verwendeten PC befindet. Für Handys gibt es solche Software-Lösungen noch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Mobilfunker darauf einlassen, VoIP per UMTS selbst anzubieten, ist zudem sehr gering. Schließlich würden sie damit ihre eigenen, erheblich teureren Mobilfunktarife kannibalisieren. Außerdem sind die Verbindungspreise fürs Surfen über UMTS ebenfalls noch sehr hoch, was VoIP auf diesem Weg recht unattraktiv macht.

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UMTS immer noch Luxus

Mittlerweile gibt es zwar so genannte UMTS-Flatrates: die Pakete sind meist volumen- oder zeitbegrenzt, wobei sich für VoIP sicher die Zeitbegrenzung mehr lohnt, da pro Gesprächsminute immerhin rund 1,5 Megabyte Datenvolumen pro Minute übertragen werden müssen. Die Preise für den Traffic liegen im Vodafone-Netz bei 20 Euro monatlich für 50 Minuten bis zu 95 Euro für 500 Minuten. o2 bietet zwei Stunden mobiles Surfen bereits für 9,86 Euro, 30 Stunden kosten hier 58 Euro. T-Mobile verlangt für zwei Stunden Inklusivvolumen zehn Euro, 100 Stunden gibt es für 110 Euro. Zu guter Letzt ist E-Plus mit Preisen von 9,95 Euro für zwei Stunden und bis zu 99,95 Euro für 100 Stunden auf dem Markt.

Vorteile eine Sache des Rechnens

Das macht einen durchschnittlichen Minutenpreis von 11,29 Cent, eventuelle Einrichtungs- und Grundgebühren nicht mitberechnet. Hinzu kommen dann die Tarife des genutzten VoIP-Anbieters. Somit lohnt sich UMTS-VoIP wohl nur für wenige Kunden, die entweder sehr viel mobil oder aus dem Ausland telefonieren wollen – wobei in letzterem Fall zusätzlich Roaming-Gebühren entstehen. Weiterer Nachteil ist die immer noch lückenhafte Versorgung mit UMTS. Ist das Highspeed-Netz nicht erreichbar, schaltet der Provider auf GPRS um. Durch die erheblich geringere Bandbreite leidet dann aber die Qualität der VoIP-Verbindung. Als seien das nicht schon genug Hürden, bangt es UMTS seit einiger Zeit vor einer neuen Konkurrenz: die wachsende Zahl der WLAN-Hotspots macht insbesondere in den Ballungsgebieten das Surfen mobil.

Während also die hochverschuldeten UMTS-Netzbetreiber immer noch mit wachsender Verzweiflung nach der so genannten Killer-Applikation suchen, überholt WLAN auf der rechten Spur und startet durch. Mit erheblich günstigeren, teilweise sogar ganz kostenlosen Verbindungen und höheren Bandbreiten, wird WLAN wohl die wirkliche mobile VoIP-Datenautobahn. Bereits jetzt kommen erste Geräte auf den Markt, die Zugang zum öffentlichen WLAN-Netz bieten. Da wäre beispielsweise das neue Nokia 770, das zukünftig über entsprechende Funktionen verfügen soll.

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