Späh-Angriffe kommen in Mode
"Besonders beliebt" seien auch Späh-Angriffe auf Systemadministratoren der Finanzhäuser, sagte Weiss weiter. Diese gäben in Chat-Foren, wo allgemein über technische Probleme diskutiert werde, oft unbeabsichtigt Hinweise über die eigenen Sicherheitsvorkehrungen preis.
Auf der Kundenseite wird für die Finanzhäuser das so genannte Phishing, Pharming oder Farming immer mehr zum Problem. Dabei geben sich Hacker in gefälschten E-Mails oder auf nachgemachten Websiten als das Institut aus und bringen den Nutzer dazu, etwa Passwörter weiterzugeben.
Mit ein Grund für das Ausweichen der Kriminellen auf den Faktor Mensch sei gerade der verstärkte Einsatz von Sicherheitstechnologie, wie Anti-Virenprogrammen, Firewalls und die Überwachung des Datenverkehrs, vermutete Weiss. "Bei der Implementierung technischer Lösungen und eines standardisierten Sicherheitsmanagements zum Schutz vor externen Bedrohungen hat der Finanzsektor in Europa große Fortschritte gemacht. Gegen die steigende Zahl neuer interner Sicherheitsverstöße und Angriffe, die sich sogar vermehrt direkt gegen die Kunden der Banken richten, ist allerdings noch kein Patentrezept gefunden."
Sicherheitsbewusstsein schärfen
Weiss forderte eine bessere Information von Mitarbeitern und Kunden, um das Sicherheitsbewusstsein zu schärfen. Dazu gehörten auch nachvollziehbare Sicherheitsrichtlinien und -standards. Allerdings zeige die Umfrage, dass Schulung und Aufklärung bei den Finanzhäusern noch immer nicht die notwendige Priorität habe. Weniger als die Hälfte (46 Prozent) plane in den kommenden zwölf Monaten derartige Aktionen. Und Strategien, die das Sicherheitsbewusstsein beim Kunden stärken sollen, wollten nur ganz wenige Banken umsetzen.
Hayo Lücke
/ afp