Mit Hilfe technologischer Entwicklungen aus den USA ist der Iran Weltmeister bei der Internet-Zensur geworden. Vor allem Webseiten mit politischen, sexuellen und feministischen Inhalten seien im Iran weithin blockiert, heißt es im Bericht einer Forschergruppe der Universitäten Harvard, Cambridge und Toronto, der heute in Washington vorgestellt wurde.
Auf jede dritte angewählte Internet-Seite sei im Iran der Zugang gesperrt. Dabei setzten die Behörden Technologie der US-Firma Secure Computing ein. Indem sie Filtersysteme an "undemokratische Regimes" liefere, mache sich die Firma zum "Komplizen", kritisierte Ronald Deibert von der Universität Toronto.
Katz-und-Maus-Spiel
Wie die Behörden in der Volksrepublik China bemühten sich auch die zuständigen iranischen Stellen, immer auf dem neuesten Stand bei der technischen Entwicklung der Filtersysteme zu sein. "Das lässt erwarten, dass das Katz-und-Maus-Spiel zwischen denjenigen, die frei sprechen wollen, und denjenigen, die sie davon abhalten wollen, weitergeht", sagte John Palfrey von der Universität Harvard.
Von der Zensur im Iran betroffen sind der Studie zufolge "viele pornografische Onlineseiten, eine große Zahl von Seiten mit schwulen und lesbischen Inhalten, politisch sensible Seiten und Seiten über Frauenrechte".
Hayo Lücke
/ afp