Millionen Kreditkarten-Nutzer in den USA fürchten um ihr Geld: Ein Sicherheitsleck bei einer Abrechnungsfirma hat rund 40 Millionen Nutzer zu möglichen Opfern von Betrügern gemacht. Wie das Unternehmen MasterCard mitteilte, drang ein "nicht berechtigtes Individuum" über eine Lücke im Sicherheitssystem der Abrechnungsfirma CardSystems Solutions in das Netzwerk ein und verschaffte sich Zugang zu Daten. CardSystems Solutions wickelt im Auftrag von MasterCard und anderen Anbietern Zahlungen mit Kreditkarten ab.
40 Millionen Betroffene
Mehr als 40 Millionen Kreditkarteninhaber, davon knapp 14 Millionen Kunden von MasterCard, könnten deshalb zum Opfer von Betrügern werden, warnte MasterCard. Sicherheitsexperten von MasterCard seien den Tätern auf die Spur gekommen, weil sie Transaktionen routinemäßig auf Verdachtsmomente hin überprüften, teilte der Kreditkarten-Anbieter weiter mit. Dabei seien bei CardSystems Solutions Unregelmäßigkeiten aufgefallen.
Ermittlungen eingeleitet
Nach den ersten Hinweisen auf Hacker im System seien sofort Ermittlungen aufgenommen worden, an denen auch die US-Bundespolizei (FBI) beteiligt sei. Banken und Kunden seien von dem Sicherheitsleck informiert worden. Nach Angaben von MasterCard ist die Lücke im Sicherheitssystem bei CardSystems Solutions inzwischen geschlossen. Der computergestützte Datenklau bei CardSystems Solutions war der schwerwiegendste in einer Serie von Aktionen zur illegalen Informationsbeschaffung in den USA in jüngerer Zeit. Betrüger nutzen gestohlene Daten dazu, eine andere Identität anzunehmen und sich so zu bereichern. Eine US-Verbraucherschutzorgansiation schätzte, dass vor dem jüngsten Fall in diesem Jahr bereits zehn Millionen US-Kunden vom Datenklau betroffen waren.
In der vergangenen Woche hatte die Citigroup zugegeben, im Computer gespeicherte persönliche Bankdaten von 3,9 Millionen Kunden verloren zu haben. Im vergangenen Monat hatte die US-Polizei Verdächtige festgenommen, welche die Daten von 700.000 Kontoinhabern von vier großen US-Banken, darunter die Bank of America, gestohlen haben sollen.
Michael Müller
/ afp