Wie wir bereits gestern
ausführlich berichtet haben, wird der taiwanische Elektronikkonzern BenQ die verlustreiche Handysparte von
Siemens übernehmen - sofern der BenQ-Hauptversammlung und die Kartellbehörden zustimmen. Damit wird BenQ zum weltweit viertgrößten Anbieter von Mobiltelefonen nach
Nokia,
Motorola und
Samsung und zur Nummer eins im chinesischsprachigen Raum. Zwar gehört der Konzern mit zehn Teilunternehmen bereits heute zu den Schwergewichten der Branche, dennoch ist der Name BenQ hierzulande nur wenigen bekannt.
Hab ich's oder nicht?
Dabei haben viele Verbraucher BenQ-Produkte in der Tasche, im Wohnzimmer oder auf dem Schreibtisch stehen. Die Taiwaner stellen nämlich vor allem für andere Unternehmen Mobiltelefone, Flachbildschirme, Laptops, Scanner, Tastaturen oder Digitalkameras her. Wo also ein Markenname draufsteht, könnte BenQ drinstecken. Da jedoch die Konkurrenz, besonders aus China, im Zuliefergeschäft groß ist, versucht sich BenQ auch als eigenständige Nobelmarke zu positionieren.
BenQ, noch unter anderem Namen im April 1984 entstanden, ist eine Abspaltung des Computerherstellers Acer. Mehr als 27.000 Mitarbeiter arbeiten an den vier Produktionsstandorten in Taiwan, Malaysia, China und Mexiko sowie in den Forschungszentren in Taiwan, China und den USA. In den vergangenen Jahren hat sich die Gruppe rasant entwickelt. 2004 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 10,5 Milliarden Dollar (8,6 Milliarden Euro). Davon entfielen 40 Prozent auf Produkte, die unter eigenem Namen verkauft wurden. Bis spätestens 2008 soll dieser Anteil auf 50 Prozent wachsen.
Schon im Mobilfunk aktiv
Im Mobilfunkbereich hatte BenQ im vergangenen Jahr einen weltweiten Marktanteil von rund vier Prozent, Siemens kam zuletzt auf 5,5 Prozent. Vier Prozent der Einnahmen investiert BenQ jährlich in Forschung und Entwicklung. Siemens ist nicht der erste europäische Partner: Seit Februar 2003 arbeiten die Taiwaner mit dem Philips-Konzern bei der digitalen Datenspeicherung zusammen.