Presseberichte hatten es bereits
angekündigt, nun ist es offiziell: Siemens trennt sich von seiner verlustreichenden Handysparte. Das Mobiltelefongeschäft geht an den taiwanischen Konzern BenQ.
Das Geschäft solle im Verlauf des vierten Quartals des Siemens-Geschäftsjahres 2005 abgewickelt werden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Siemens werde sich im Zuge der Transaktion mit rund 2,5 Prozent an BenQ beteiligen. Dem Geschäft müssten noch die Kartellbehörden sowie die BenQ Hauptversammlung zustimmen.
Namensrechte verliehen
BenQ könne für die Dauer von insgesamt fünf Jahren die entsprechenden Marken- und Namensrechte nutzen, teilte Siemens mit. Auch künftig soll es trotzdem weiter Handys mit dem Siemens-Logo geben. Künftiger Hauptsitz des Mobiltelefongeschäftes wird München sein. Für Siemens bedeute die Transaktion eine Ergebnisbelastung in Höhe von rund 350 Millionen Euro vor Steuern.
"Mit dieser Partnerschaft haben wir eine nachhaltige Perspektive für unser Mobiltelefongeschäft gefunden. BenQ und Siemens ergänzen sich ideal. Wir kombinieren unsere Stärken mit dem sehr erfolgreichen Consumer-Geschäft von BenQ. Daneben ergänzen wir uns perfekt auch in geografischer Sicht. BenQ, bisher sehr stark in Asien, erhält so Zugang zu den europäischen und lateinamerikanischen Märkten, wo wir führende Positionen einnehmen", sagte Klaus Kleinfeld, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.
Siemens hatte wie bereits mehrfach berichtet im weltweiten Handygeschäft zuletzt massiv Boden verloren. Derzeit macht die Siemens-Handysparte rund 1,5 Millionen Euro Verlust am Tag. BenQ, noch unter anderem Namen im April 1984 entstanden, ist eine Abspaltung des Computerherstellers Acer. Die Taiwaner stellen neben Mobiltelefonen auch Flachbildschirme und Laptops her. BenQ produziert vor allem für andere Unternehmen.