Das US-Computerunternehmen Apple kehrt seinem Chiplieferanten IBM nach zehn Jahren den Rücken und setzt künftig auf Marktführer Intel. Erste Macintosh-Rechner mit Intel-Prozessoren sollten in einem Jahr herauskommen, kündigte Apple-Chef Steve Jobs am Montag (Ortszeit) in San Francisco an. Bis Ende 2007 sollten alle neuen Apple-Computer mit Prozessoren des weltgrößten Chipherstellers laufen. Apple macht damit einen weiteren Schritt hin zum Mainstream-Anbieter. Eingefleischte Mac-Fans dürften eher unglücklich über den Kurswechsel sein, macht Intel doch vor allem Prozessoren für die Windows-Betriebssysteme von Apple-Erzfeind Microsoft.
Sag zum Abschied leise 'Servus'
Apple hatte seine Rechner in der Vergangenheit zunächst mit Motorola-Chips, dann mit denen von IBM ausgestattet. Zuletzt hatten die bislang leistungsstärksten "Power Mac"-Rechner mit dem jüngsten IBM-Prozessor G5 und einem Flüssig-Kühlsystem für Furore gesorgt. Der Computerbauer hatte sich aber enttäuscht gezeigt, dass IBM bei der Weiterentwicklung der G5-Chips kaum vorankam: So ließ sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit nur langsam steigern; für den Einsatz in Notebook-Rechnern wurden die Prozessoren zudem zu heiß.
Jobs begründete den historischen Wechsel damit, dass Intel das "bei Weitem" beste Entwicklungsprogramm für Mikroprozessoren aufweise. Apple hofft zudem, dank der neuen Chips die Produktpreise senken zu können, die Mac-Computer bisher oft zu einem Liebhaberobjekt machten. Analysten wiesen allerdings darauf hin, dass der Wechsel auch einen Imageverlust für Apple bedeuten könne. Ähnliche Bedenken waren Anfang des Jahres laut geworden, als der Konzern mit dem winzigen Mac mini erstmals einen Rechner für weniger als 500 Euro ins Programm genommen hatte.
"Weltweit wird Intel mit Microsoft in Verbindung gebracht", sagte Elise Bauer von der Pacifica Group. Die Umstellung könnte zudem technische Probleme bereiten und zumindest vorübergehend zu einer gewissen Kaufzurückhaltung führen. Ihr Kollege Gene Munster von Pipper Jaffray betonte, zahlreiche Mac-Programme müssten neu geschrieben werden, um auch mit Intel-Prozessoren zu laufen. Der Computerhersteller stellte bereits ein "Übergangs-Kit" mit ersten vorläufigen Versionen von Apple-Software für Intel-Chips zusammen.
Intel jubelt
Intel zeigte sich hoch zufrieden mit dem neuen Kunden. Man freue sich auf eine Zusammenarbeit mit den weltweit innovativsten Computerentwickler, sagte Intel-Chef Paul Otinelli. IBM spielte den Kundenverlust herunter und verweis darauf, dass das Hauptgeschäft inzwischen mit Anbietern für Spielekonsolen laufe.
Aleksandra Leon
/ afp