Der Computerwurm Sober hat erreicht, was sein Programmierer vermutlich erreichen wollte. Nach Informationen der Anti-Virus-Spezialisten von Sophos hat Sober.N im Mai gleich die Spitze der internen Top-Ten-Liste derjenigen Viren erklommen, die sich am stärksten verbreiteten konnten.
Sober.N leider sehr erfolgreich
Sober-N trat während seiner größten Verbreitung mit einem Anteil von 43,8 Prozent unter allen Viren am häufigsten auf und machte im Mai 4,5 Prozent aller E-Mails aus, die weltweit verschickt wurden. Der zweisprachige Wurm, der sich als Benachrichtigung über ein zugeteiltes Ticket zur Fußball-WM 2006 ausgibt, wurde Anfang des Monats entdeckt und verbreitete sich rasant in 40 Ländern - im deutschsprachigen Raum sogar überproportional stark.
Im Anschluss befiel der Trojaner
Sober-Q die betroffenen Rechner und missbrauchte diese zum Versand von Neonazi-Propaganda-Mails.
Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos: "Sober-N stürmte Anfang Mai direkt an die Spitze der Rangliste und sorgte für eines der bislang größten Virenaufkommen in diesem Jahr. Dieser manipulative E-Mail-Wurm verbreitete sich sehr schnell, indem er Tricks des Social Engineering benutzte. Er bot beispielsweise Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland an und verleitete Empfänger dazu, das infizierte Attachment zu öffnen. Darauf fielen viele Anwender herein - auch solche, die sich nicht um Tickets beworben hatten."
Eine von 38 E-Mails infiziert
Insgesamt analysierte Sophos im Mai insgesamt 1.515 neue Viren. Die Anti-Viren-Lösungen des Unternehmens schützen Anwender derzeit vor insgesamt 104.784 Viren. Die Untersuchung des Sicherheitsspezialisten zeigt, dass 2,62 Prozent aller im Mai im Umlauf befindlichen E-Mails infiziert waren. Dies entspricht einer von 38 E-Mails, was eine leichte Zunahme gegenüber dem Vormonat bedeutet - hier war es noch eine von 46 E-Mails.
Hayo Lücke