1&1 bestätigte auf Anfrage, dass in den vergangenen Tagen mehrere Kunden für ein "Beratungsgespräch" angerufen worden seien. Die genaue Zahl der betroffenen Kunden wollte man allerdings nicht nennen. Das Unternehmen verwies darauf, dass nur Kunden kontaktiert worden seien, die über einen der alten Flatrate- oder Staffel-Tarife online gehen. Nicht betroffen sind danach Kunden der neuen City- oder Deutschland-Flats.
Flat oder nicht?
Deutlich wehrt sich 1&1 gegen den Vorwurf, mit den ergriffenen Maßnahmen eigentlich keine echte Flatrate anzubieten. Weder intern noch extern nutze man bei United Internet den Begriff "Poweruser" und auch die Grenze von 20 Gigabyte im Monat gebe es nicht. Warum steht das dann so in den Briefen? Der Wert gelte als durchschnittliches Übertragungsvolumen aller DSL-Nutzer, heißt es dazu. Für die Flatrate selbst habe er allerdings keine Bedeutung. Der Pauschaltarif werde weder im Gigabyte-Volumen noch durch technische Maßnahmen in der Nutzung eingeschränkt.
Internetsurfer mit stark überdurchschnittlichem Übertragungsvolumen möchte man in Montabaur allerdings tatsächlich nicht haben. Der im Kündigungsschreiben hinterlegte Passus, dass bei gleichbleibender Nutzung keine andere Flatrate aus der United Internet-Gruppe bestellt werden dürfe, sei verpflichtend. Wer jetzt 100 Euro kassiert und später doch wieder zu 1&1, GMX oder Schlund wechselt und dann wieder mit überdurchschnittlicher Nutzung auffällt, läuft Gefahr, fristlos von 1&1 gekündigt zu werden.
Verträge laufen weiter
Nutzer, die nicht auf das 100-Euro-Wechselangebot eingehen möchten, können ihren Vertrag zu den bestehenden Konditionen weiternutzen. Zu Preiserhöhungen, die einigen Lesern nach eigenen Angaben angedroht wurden, werde es nicht kommen. Auch soll es keine weiteren Erinnerungsschreiben seitens 1&1 geben.
Hayo Lücke