Um Europas "einzigartiges Kulturerbe" zu erhalten, haben sechs EU-Regierungen die Einrichtung einer Europäischen Digitalen Bibliothek angeregt. Die Datensammlung solle das kulturelle und wissenschaftliche Erbe strukturieren und online im Internet verfügbar machen, hieß es in einem Schreiben der Regierungen an EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso und den amtierenden EU-Ratspräsidenten Jean-Claude Juncker, das am Donnerstag vom Präsidialamt in Paris veröffentlicht wurde.
Sechsfacher Einsatz
Die französische Initiative wird nach Angaben eines Berliner Regierungssprechers von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mitgetragen, außerdem von Polen, Italien, Spanien und Ungarn. Ohne die Digitalisierung und den Zugriff im Internet werde das europäische Kulturerbe seinen Platz in der "Geografie des Wissens nicht in vollem Umfang einnehmen können", heißt es in dem Schreiben an Barroso und Juncker weiter. Die EU solle sich daher die bereits begonnenen Digitalisierungsanstrengungen europäischer Bibliotheken zu eigen machen.
Am Mittwoch hatten 19 europäische Bibliotheken einen Aufruf veröffentlicht, dem Projekt des Internet-Portals Google zur Digitalisierung von 15 Millionen Büchern aus drei US-Bibliotheken und der Bibliothek im britischen Oxford mit einer europäischen Alternative zu entgegnen.