Schon bevor die CeBIT im März ihre Tore öffnete war klar: Voice over IP ist eines
der Themen dieses Jahres. Zwar wurde VoIP auch 2004 schon kräftig gehypt, doch erst in diesem Sommer kommt niemand mehr an der Internet-Telefonie vorbei - oder doch?
Provider im Vorteil
Wohin man auch blickt: Jeder, der es irgendwie kann, springt auf den immer schneller fahrenden Zug. Die großen Provider sehen sich selbst an der Spitze der Bewegung. DSL-Anbieter verfügen über eine wesentliche Voraussetzung für die neuen Telefondienste: Bandbreite. Sie liefern den Kunden die schnellen Internetanschlüsse, ohne die VoIP keinen Sinn macht. Und das zu immer günstigeren Konditionen.
Entsprechend selbstbewusst treten die Platzhirsche unter den DSL-Providern auf. Auch für Andreas Gauger, Chef der prosperierenden 1&1 Internet AG, steht das Jahr 2005 ganz im Zeichen der Konvergenz, dem Zusammenwachsen von DSL und Telefonie. Da ist es nur konsequent, wenn das VoIP-Produkt aus Montabaur auf den Namen "DSL-Telefonie" hört. Weiter nördlich ist VoIP grün: Freenet kann neben dem DSL-Knowhow auch auf Erfahrungen mit klassischen Telefondiensten zurückgreifen. Mit dem auf der CeBIT vorgestellten Handy iP1 wollen die Hamburger den Mobilfunk mit in die VoIP-Familie holen.
Und die Telekom?
Inzwischen haben nahezu alle DSL-Anbieter ein VoIP-Produkt im Portfolio. Die Telekom dürfte die Euphorie der DSL-Konkurrenz mit Skepsis betrachten. Zwar betonen die Bonner bei jeder Gelegenheit, dass sie das Thema gelassen sehen, dennoch ist VoIP geeignet, ihnen langfristig ein gutes Stück vom Stammgeschäft abzugraben. So versuchte Vorstand Walter Raizner auf dem Breitbandgipfel in Hannover auch, das Thema herunterzuspielen. Voice over IP sei ein Hype, der den Providern vorwiegend zur Vermarktung der DSL-Produkte diene.