Nicht nur in immer mehr großen Unternehmen ist der Gebrauch von Kamerahandys verboten, auch im Ausland – insbesondere in arabischen Ländern - wächst der Widerstand gegen die mobilen Spionagewerkzeuge. So will zum Beispiel Saudi-Arabien harte Strafen gegen Nutzer erlassen, die ihre fotofähigen Mobiltelefone zur Verbreitung pornographischer Bilder nutzen. Auch Kuwait will den Gebrauch von Kamerahandys nach Informationen der Presseagentur pte einschränken.
Verbot der Nutzung?
Saudi-Arabien hatte vor kurzem eine Initiative gestartet, mit der Kamerahandys überhaupt hätten verbannt werden sollen. Das Total-Verbot wurde allerdings zurückgezogen, da klar wurde, dass das Verbot sehr leicht durch illegale Importe umgangen werden könnte. Der Bann hätte darüber hinaus auch jene getroffen, die mit ihren Handys zwar nicht fotografieren, aber andere Features wie diverse Organizer-Funktionen nutzen wollen.
Nunmehr beschränkt sich das Vorgehen in dem arabischen Staat auf die pornographische Verwendung von Kamerahandys. Dafür drohen auf der Halbinsel künftig empfindliche Strafen: Bis zu 1.000 Peitschenhiebe, zwölf Jahre Gefängnis oder eine damit verglichen relativ harmlose Geldstrafe von 26.000 Dollar.
Auch Touristen sollten aufpassen
In Kuwait wiederum hat der Justizausschuss der Nationalversammlung vorgeschlagen, eine zweijährige Haftstrafe über diejenigen zu verhängen, die mit ihren Kamerahandys "unauthorisierte Aufnahmen" von anderen Personen machen. Auch Touristen sollten dieses Gebot nicht missachten. Zehn Jahre zusätzliche Freiheitsstrafe soll denjenigen drohen, die die Fotos für "unmoralische Zwecke" verwenden. Der Sprecher des Justizausschusses begründete die Gefängnisandrohung mit den "Gefahren, die die wachsende Verbreitung der Geräte für die Gesellschaft Kuwaits bedeutet".
Hayo Lücke