Schon mehrfach haben wir in den vergangenen Monaten über den bevorstehenden Start von Mobilfunk-Discountern, so genannten Mobile Virtual Net Operators (MVNO), berichtet. Tatsächlich gestartet ist bisher keiner der Tiefpreiskönige, doch das könnte sich schon bald ändern.
Drohender Preisverfall
Das Hauptproblem: Für T-Mobile und Co stellt sich die Frage, ob sie mit den anklopfenden Discountern zusammenarbeiten sollen oder nicht. Dagegen spricht der drohende Preisverfall der Minutenpreise auf dem deutschen Markt. Dafür jedoch, dass sie bei einer Kooperation oder einem eigenem Discount-Angebot zumindest mitverdienen würden. Die virtuellen Netzbetreiber bauen nämlich kein eigenes Netz auf, sondern mieten freie Kapazitäten bei den Mobilfunkern an. Ein entsprechendes Abkommen hat zum Beispiel auch Tchibo mit o2 vereinbart und großen Erfolg erzielen können.
Genau dieser Erfolg ist es auch, der andere Discount-Anbieter ermutigt, auf dem hiesigen Markt einzusteigen. Für sie gilt die Devise: keine Handys, kein eigenes Netz, kaum Service – aber dafür superniedrige Kampfpreise. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" gab Billigflug-Pionier Stelios Haji-Ioannou (Easyjet) an, auch in Deutschland starten zu wollen. Marktkenner sehen gute Chancen, dass das Easymobile-Konzept, das in Großbritannien die Preise merklich in den Keller fallen lies, auch hierzulande Erfolg haben kann.
Dealt T-Mobile?
In der Branche wird gemunkelt, dass Easymobile in Deutschland Zugang zum Netz von T-Mobile erhalten könnte, wie dies auch in Großbritannien der Fall ist. Bei T-Mobile möchte dies allerdings niemand kommentieren. Als weiterer Kooperationspartner wird o2 gehandelt, da der aktuell kleinste deutsche Mobilfunker reichlich Kapazitäten in seinem Netz frei hätte.
Noch sei nicht abzusehen, wann das Mobilfunk-Mikado ein Ende finden werde, schreibt der Spiegel weiter, es sei aber nur noch eine Frage der Zeit. Letzlich ginge es nur noch darum, welcher Netzbetreiber als erster weich werde.