Internetsurfer, die ihre E-Mail-Adresse irgendwann in ihrem Leben schon einmal im Internet öffentlich gemacht haben, werden das Problem wahrscheinlich kennen: Spam – unerwünschte Werbebotschaften über Potenzmittelchen, Sex-Seiten oder andere sinnlose Produkte, die kaum ein Mensch für sein Leben braucht.
Sophos, nicht nur bekannt für Anti-Virus-, sondern auch für Anti-Spam-Lösungen, hat nun eine neue Liste mit den Ländern veröffentlicht, aus denen die meisten Spam-Mails stammen. Die Forscher der SophosLabs analysierten dafür alle E-Mails, die in ihren weltweit eingerichteten fiktiven E-Mail-Konten zwischen Januar und März 2005 eingegangen sind und identifizierten die zwölf aktivsten Länder beim Spam-Versand.
Die Hitliste
- USA 35,7 Prozent
- Südkorea 24,98 Prozent
- China (inkl. Hong Kong) 9,71 Prozent
- Frankreich 3,19 Prozent
- Spanien 2,74 Prozent
- Kanada 2,68 Prozent
- Japan 2,10 Prozent
- Brasilien 1,95 Prozent
- Großbritannien 1,57 Prozent
- Deutschland 1,23 Prozent
- Australien 1,22 Prozent
- Polen 1,20 Prozent
Jörg Lott, Senior Technical Consultant bei Sophos: "Obwohl aus den USA noch immer gut ein Drittel jeglichen Spams stammt, ist die Anzahl der Spam-Mails aus den USA merklich gesunken; im Vergleich zu den übrigen Ländern seit Januar um zwölf Prozentpunkte. Wahrscheinlich leitet sich dieser Trend daraus ab, dass viele Provider mittlerweile verhindern, dass Spamer ihre Infrastruktur wissentlich nutzen. Ob der CAN-SPAM Erlass der USA dabei ebenfalls eine positive Wirkung gezeigt hat, kann nur spekuliert werden. Im Moment sehen wir noch keinen direkten Beleg dafür."
Gekaperte Rechner werden missbraucht
"Im vergangenen Monat wurden schätzungsweise rund die Hälfte aller Spam-Mails von Zombie-Computern versendet, also von PCs, die von Hackern oder Virenschreibern ferngesteuert werden", so Jörg Lott weiter. "So muss man unter anderem berücksichtigen, dass die meisten Spam-Mails aus Korea von solchen unschuldigen Rechnern stammen, die von Hackern aus anderen Ländern, wie China, Russland oder den USA, 'übernommen' wurden.
Um sich dagegen zu schützen, dass der eigene PC zum 'ferngesteuerten Zombie' wird, sollten Unternehmen und Home-User stets Firewall-Einstellungen und Anti-Virus Software aktuell halten sowie die neusten Microsoft Patches herunterladen."