Chinas Internetportale haben Gebete und Kommentare zum Tod von Papst Johannes Paul II. aus dem Netz genommen. Während am Samstag in den beliebten Internetforen Sina.com und Sohu.com noch zahlreiche Diskussionsbeiträge über den Papst zu lesen waren, fand sich dazu am Montag nichts mehr.
Ein Sprecher von Sohu.com bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass das Unternehmen die Beiträge zensierte. "Religiöse Angelegenheiten sind etwas Besonderes", sagte der Sprecher. "Wir fürchten, dass eventuell Probleme entstehen könnten." Andere Internetportale, die ebenso verfuhren, gaben keinen Kommentar dazu ab.
Kein Druck vom Staat?
"Es ist nicht so, dass wir die Beiträge aus dem Netz genommen hätten", sagte der Sprecher von Sohu.com weiter. "Es bedeutet bloß, dass nur derjenige, der einen Kommentar geschrieben hat, ihn auch im Netz sehen kann. Andere Leute können den Beitrag nicht lesen." Das Unternehmen habe die Beiträge freiwillig für Fremde "unlesbar" gemacht und sei nicht von der Regierung dazu angehalten worden, sagte der Sprecher. Auch die Internetforen Sina.com und Netease.com, in denen sich viele Internetnutzer über den Tod des Papstes ausgetauscht hatten, löschten entsprechende Beiträge.
Hayo Lücke
/ afp